Instagram für Unternehmen: Was sich mit der neuen API ändert und wie ihr sie nutzt

Instagram für Unternehmen: Was sich mit der neuen API ändert und wie ihr sie nutzt

Saskia Grote
22 Januar 2019

Am 11. Dezember 2018 wurden große Änderungen bei Instagram durchgeführt. Findet heraus, welche Vorteile dadurch für Brand Manager entstanden sind, wie ihr euren Account verifiziert und wie ihr diese Änderungen auf eure Social Media Strategie anwenden könnt.

2018 wurde nicht nur unter Social Media Professionals, sondern in der gesamten Digital-Branche ein Thema besonders stark diskutiert: Datenschutz! Nach der Einführung der DSGVO mussten soziale Netzwerke ihre Richtlinien für Social Data überarbeiten und im Laufe des Jahres einige Anpassungen vornehmen. Das hatte Auswirkungen auf Brands, die sich im Rahmen von Social Intelligence auf diese Daten verlassen. Vor allem Facebook und damit auch Instagram haben die Datenverarbeitung durch Drittanbieter immer weiter angepasst und begrenzt, in welchem Rahmen zum Beispiel Social-Analytics-Anbieter wie Meltwater auf die Daten der Nutzer zugreifen können. Dabei wurden auch mehrere Funktionen abgeschaltet, die Brands für den Zugriff auf user-generierten Content benötigen. Wir haben in der letzten Zeit darüber berichtet, wie ihr Instagram als Plattform für PR nutzen und Instagram Stories tracken könnt – die aktuellen Änderungen beeinflussen diese Themen.

Foto Smartphones über Tisch beim Essen Instagram

Instagram für Unternehmen: Was bedeuten die Änderungen aus Dezember 2018 konkret?

Die Änderungen der Instagram API aus dem Dezember 2018 mögen im ersten Moment alles andere als vorteilhaft klingen. Doch keine Sorge! Mit etwas Vorbereitung können sie sogar einen  Wettbewerbsvorteil für euer Unternehmen bedeuten. Mit diesem Beitrag möchten wir euch Leitfaden an die Hand geben, in dem ihr erfahrt, was sich geändert hat und welche Schritte ihr unternehmen könnt, um eure Brand im Social Media Bereich weiterhin nach vorne zu bringen.

Verifizierung von Geschäftskonten

Zum Schutz persönlicher Daten dürfen nun nur noch verifizierte Unternehmen auf Instagram nach Hashtags suchen oder die Aktivitäten anderer verifizierter Geschäftskonten verfolgen und analysieren. Der Überprüfungsprozess, zu dem das Verknüpfen eurer Facebook-Seite mit eurem Instagram-Konto gehört, bedeutet, dass ihr damit einverstanden seid, dass öffentliche Informationen über euer Unternehmen von Dritten eingesehen werden dürfen. Diese Verifizierung solltet ihr – falls noch nicht geschehen – so schnell wie möglich vornehmen, um alle Vorteile von Instagram und Facebook weiterhin nutzen zu können. Zusätzlich müsst ihr diese Anfrage alle 60 Tage wiederholen, um euer bestehendes Interesse an den Instagram-Daten immer wieder von Neuem zu bestätigen.

Wie verifiziert man seinen Instagram Account?

Folgende Schritte müsst ihr durchführen, um euren Instagram Account zu verifizieren und unternehmerische Vorteile zu bekommen:

Screenshots Instagram Account verifizieren

  1. Instagram Profil besuchen
  2. Auf das Menü klicken
  3. Auf “Einstellungen” klicken
  4. Scrollen und auf “Verifizierung beantragen” klicken
  5. Formular mit entsprechenden Daten ausfüllen
  6. Foto vom Ausweis hochladen
  7. Abwarten, bis und ob die Verifizierung bestätigt wird
  8. Nach 60 Tagen erneute Anfrage versenden

Instagram Handles überdenken

Vor den API Änderungen im Dezember 2018 hat Social Media Monitoring und damit auch Social Listening über Instagram mit jedem Konto funktioniert. Jetzt müsst ihr dafür ein verifiziertes Geschäftskonto besitzen – was mehr Rücksicht erfordert. Wenn ihr beispielsweise eine globale Brand mit vielen Länderseiten auf Facebook besitzt, kann es sinnvoll sein, für jedes Land ein separates Instagram Handle zu erstellen. Das liegt daran, dass mit den Änderungen für jedes Handle nur insgesamt 30 aktive Hashtags zulässig sind. Mehr Handles für Unterseiten würden euch also eine größere Anzahl an Accounts, Hashtags und damit auch an Daten bereitstellen. Obwohl ein einziger, globaler Handle auf den ersten Blick leichter zu verwalten und mit Content zu bespielen scheint, kann eine Trennung nach verschiedenen Regionen, Produktgruppen, Services oder Unternehmensdivisionen die strategisch bessere Entscheidung sein.

Limitierte Hashtags

Gehen wir noch weiter auf die limitierte Anzahl an Hashtags ein. Denn eine der neu implementierten Änderungen beim Zugriff auf öffentliche Instagram-Daten ist die Begrenzung der Anzahl der Hashtags, die ihr durchsuchen könnt. Grund dafür ist in erster Linie der Versuch von Instagram, den Missbrauch persönlicher Daten zu verhindern. Verifizierte Geschäftskonten auf Instagram können bis zu 30 Hashtags zu einem bestimmten Zeitpunkt (genauer gesagt während eines Zeitraums von sieben Tagen) durchsuchen. Nach diesen sieben Tagen müsst ihr die Hashtags, die ihr beobachten wollt, wieder neu eingeben. Dieses neu etablierte Hashtag-Suchlimit gilt für euer gesamtes Konto und damit auch für alle damit verknüpften Apps – unabhängig von Dienst oder Administrator.

Instagram fordert, dass diese Daten nur für geschäftlichen Zwecke verwendet werden. Die Hashtag-Suche gilt zudem auch nur für einen bestimmten Zeitraum, sodass ihr Einblicke in einen stichpunktartigen Datensatz erhaltet. Die Arbeit mit einer Social-Intelligence-Lösung kann euch jedoch einen entscheidenden Vorteil verschaffen: Die Datenbank von Meltwater sichert beispielsweise benutzerdefinierte Hashtag-Inhalte für Kunden, auf die diese jederzeit zur Verlaufsanalyse oder zum Export zugreifen können. Das schafft zusätzlich noch eine größere Transparenz für andere User innerhalb eurer Organisation.

Wettbewerber verfolgen

Wer ein verifiziertes Geschäftskonto besitzt, hat auch die Möglichkeit, Posts von anderen Unternehmen zu verfolgen, die ihre Instagram-Accounts ebenfalls verifiziert haben – darunter beispielsweise Konkurrenten, Influencer oder andere wichtige Persönlichkeiten der Branche. So könnt ihr nachvollziehen, welche Themen von euren Konkurrenten häufig aufgegriffen werden und wie das Publikum mit diesen Themen interagiert.

Strategien und Szenarien für Instagram anpassen

Die oben angesprochenen Änderungen der Instagram API wirken sich auf die gesamte soziale Community aus – von Dienstleistern bis zu Brand Managern. Mit ein paar Anpassungen eurer Workflows und Taktiken kann diese neue Normalität Realität eurer Social Media Strategie dennoch zugute kommen – während das Vertrauen der Nutzer in Social Media durch einen stärkeren Fokus auf den Schutz ihrer Daten, nach einigen Unsicherheiten in den letzten Jahren, wieder steigt.

Share of Voice messen

Wenn euer Unternehmen beispielsweise in der Hotelbranche tätig ist, macht es wahrscheinlich Sinn, wenn ihr euch auf das Beobachten von Content mit Begriffen wie #travel oder #vacation fokussiert. Dadurch erhaltet ihr ein breites Spektrum an aktuellen und brancheninternen Inhalten. Anschließend könnt ihr mit Hilfe einer Keyword-Suche z.B. in der Meltwater Media Intelligence Plattform, herausfinden, wie hoch der Share of Voice eurer Brand im Vergleich mit dem eurer Wettbewerber wirklich ist.

Share of Voice Dashboard #travel #vacation Meltwater Gif

Monitoring von Kampagnen

Habt ihr eine oder mehrere aktive Social Media Kampagne und möchtet möglichst viele fokussierte Daten erhalten, könnt ihr nach dem Hashtag suchen, das ihr für eure Kampagne verwendet und dieses über den gesamten Kampagnen-Zeitraum beobachten (achtet dabei nur auf euer Limit von 30 Hashtags). Aufgrund der neuen Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer könnt ihr zwar Namen und Informationen der Autoren nicht sehen, aber ihr werdet den vollständigen Text sowie Bilder und Videos einsehen können. Sowohl eine quantitative Analyse eurer Kampagnen, als auch eine eine qualitative Analyse der Stimmung, Motive und Zielgruppe ist so also weiterhin möglich – und für die Erfolgsmessung dringend zu empfehlen.

Monitoring von Industrie und Wettbewerb

Ein weiterer Anwendungsfall für Instagram for Business ist die Überwachung von Wettbewerbern oder Branchen. Brands sollten beobachten, wie ihre Konkurrenten visuellen Content nutzen, um über eigene Produkte zu sprechen oder die Kundenbindung zu fördern. Als Social Media Manager solltet ihr auf die folgenden Fragen jederzeit eine Antwort haben: Werden neue Produkte auf den Markt gebracht, die den Wettbewerb beeinträchtigen könnten? Werben eure Mitbewerber gemeinsam mit einem anderen Unternehmen oder relevanten Influencern? Wie positionieren sich eure Konkurrenten auf Facebook im Vergleich zu Instagram?

Neue Optionen für Brand Management

Eine neue Option, die bisher mit der älteren Instagram API nicht möglich war, ist die Suche nach Tags und @mentions eures Brand Handles. So könnt ihr herausfinden, wie Nutzer über eure Marke sprechen – und zwar unabhängig von Hashtags -, sodass ihr entsprechende Beiträge kommentieren und euch an Unterhaltungen beteiligen könnt. Mit dieser Option werden Unternehmen neue Türen geöffnet. Ihr könnt nun neue Möglichkeiten nutzen, um eure soziale Intelligenz und eure Markenwerte zu demonstrieren.

Foto Bauklötze 30

Meltwater Handlungsempfehlungen: So macht ihr das beste aus der neuen Instagram API

Nachdem ihr jetzt einen Überblick darüber habt, was die Änderungen, die Ende letzten Jahres auf Instagram umgesetzt wurden bedeuten können, möchten wir euch natürlich auch konkrete Handlungsempfehlungen mit auf den Weg geben:

  1. Verifiziert euer Geschäftskonto: Als allererstes solltet ihr sicherstellen, dass euer Instagram Account ordnungsgemäß mit euer Facebook-Seite verlinkt und verifiziert ist. Das kleine blaue Häkchen reicht nicht mehr aus, um nach Hashtags oder Konkurrenten zu suchen!
  2. Hashtag-Managementplan: Jedes Handle ist nun bekanntlich auf 30 Hashtag-Suchanfragen beschränkt. Nehmt euch daher am besten einen Moment Zeit, um die internen Prozesse eures Brand Management Teams zu genauer zu betrachten. Welche 30 Hashtags sind relevant und wer sollte dafür verantwortlich sein, diese zu verfolgen? Vergesst dabei nicht, dass die Beschränkung der Anzahl der Hashtags auch für alle Tools gilt, die ihr mit eurem Account verknüpft habt (beispielsweise Meltwater, Sysomos, Sprout Social, usw.).
  3. @mentions nicht vergessen: Zwar sind sind die Hashtag-Suchen nun auf 30 an der Zahl limitiert – die Anzahl der Suchanfragen nach Inhalten von anderen verifizierten Geschäftskonten bleiben davon allerdings unbetroffen. Beachtet die @mentions und behaltet eure Mitbewerber sowie Meinungsführer der Branche im Auge.

Fazit – Änderungen der Instagram API

Abschließend haben wir noch einige beruhigende Worte für euch: Die Änderungen der Instagram API und der damit einhergehenden Einschränkungen gelten natürlich nicht nur für euch sondern auch branchenweit. Das bedeutet, dass alle Marktteilnehmer von denselben Einschränkungen betroffen sind. Unabhängig davon, ob und welche Tools und Drittanbieter verwendet werden – die in diesem Beitrag genannten Anpassungen müssen getätigt werden, um einen kompatiblen Instagram-Zugriff gewährleisten zu können. Auch wenn auf den ersten Blick für Unternehmen dadurch viele Nachteile entstanden sind, kann man noch etwas Gutes daraus machen – vorausgesetzt, man weiß mit den Änderungen strategisch umzugehen. Auch eure Wettbewerber müssen umdenken! Die Frage ist nur, wer dabei am schnellsten ist und sich somit einen Vorteil erarbeitet.

Wie kann Meltwater euch in Sachen Instagram unterstützen?

Ihr möchtet gerne mehr Unterstützung bei eurer Instagram Marketing Strategie erhalten? Als Meltwater-Kunden könnt ihr euch an euren persönlichen Kundenberater wenden oder euch einfach einloggen und über den Live-Chat in der Plattform Fragen stellen.

Noch kein Meltwater-Kunde und dennoch interessiert daran, mehr über uns zu erfahren? Dann könnt ihr einfach das untenstehende Formular ausfüllen. Ein Kundenberater wird euch anschließend kontaktieren.