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Headergrafik zur On-Demand-Aufzeichnung „Social Media Trends 2026“ vom 22.01.2026. Abgebildet sind die Speaker Nemo Tronnie und Michelle Zender von Social DNA mit Portraitfotos.

On Demand: Social Media Trends 2026


Christina Eurich

Jan 22, 2026

Welche Social Media Entwicklungen erwarten uns 2026?

Social Media Trends 2026: Plattformen, KI & Community im Wandel

Wie entwickelt sich das Social Media Marketing 2026? In diesem Webinar teilen Nemo Tronnier und Michelle Zender von Social DNA fundierte Einblicke in Plattform-Trends, generationenspezifisches Nutzungsverhalten und die wachsende Rolle von KI im Social Media Marketing.

Im Fokus stehen dabei praxisnahe Strategien rund um Corporate Influencing, Community Building und Cultural Moment Marketing. Der Beitrag zeigt, welche Kanäle für welche Ziele relevant sind, warum People Brands an Bedeutung gewinnen und wie Unternehmen Social Media künftig authentisch, effizient und zukunftssicher nutzen können.

Inhalt

Die Webinar-Aufzeichnung

Webinar: Social Media Trends 2026

Zu Beginn des Webinars hat Nemo Tronnier seine eigens entwickelte Kanalmatrix vorgestellt.

Diese basiert auf der BCG-Portfoliomatrix und bietet einen klaren Überblick über die Größe und Wachstumsprognosen für relevante Social-Media-Plattformen in Deutschland.

Social DNA Kanal-Matrix für Deutschland mit Einordnung der wichtigsten Social-Media-Plattformen nach Nutzerzahlen und Wachstum. Die Grafik zeigt Instagram, TikTok, YouTube, Facebook, LinkedIn, Reddit, Threads und weitere Kanäle in den Kategorien Rising Stars, Heroes, Specialists und Elephants – als strategische Grundlage für Social-Media- und Content-Planung.

Die vier Quadranten der Plattform-Matrix

  1. Elefanten (Rechts unten): Klassische Plattformen wie Facebook und YouTube, deren Nutzerbasis stabil bleibt. Sie eignen sich optimal als Basis für langfristige Strategien.
  2. Rising Stars (Links oben): Plattformen wie Threads, die aktuell schnell wachsen und hauptsächlich jüngere Zielgruppen ansprechen. Besonders Threads hat sich nach dem Rückgang von Twitter („X“) etabliert. Aber auch die Relevanz von Reddit nimmt vor allem in den letzten Monaten immer weiter zu.
  3. Superheroes (Rechts oben): Auch etablierte Plattformen mit starkem Wachstum, darunter LinkedIn und Instagram, die für B2B und B2B2C besonders relevant sind.
  4. Specialists (Links unten) – Nischenseiten wie Pinterest, deren Nutzung spezifische Zielgruppen fokussiert.

Wie unterscheidet sich die Social Media Nutzung in den unterschiedlichen Generationen?

Bemerkenswert ist eine Verschiebung in der Nutzung von Social Media in den unterschiedlichen Generationen. Junge Zielgruppen, insbesondere Gen Z, zeigen erste Anzeichen von Stagnation in der täglichen Social-Media-Nutzung – ein Trend, der bisher nicht zu erwarten war. Beispielsweise nutzen 7 % weniger VertreterInnen der Gen Z Instagram täglich, was Nemo als Indikator für einen „mindful Umgang mit Social Media“ betrachtet.

Gleichzeitig zeigt die Babyboomer-Generation die stärksten Wachstumsraten, mit zunehmender Aktivität und EntscheidungsträgerInnen auf Plattformen wie LinkedIn.

Mehr Statistiken rund um die Nutzungszahlen der Social Media Kanäle findet ihr in unserem Global Digital Report 2026.

Vergleichsgrafik zur Social-Media-Nutzung von Gen Z und Baby Boomern: stagnierende Nutzung bei Gen Z und stark wachsendes Social-Media-Engagement bei der älteren Generation.

Welche Chancen und Herausforderungen bietet KI im Social Media Marketing 2026?

Michelle ging ausführlich auf die steigende Integration von KI in Social-Media-Strategien ein. Unternehmen und Kreativschaffende können zunehmend von automatisierten Prozessen profitieren – von Kampagnenerstellung bis zur Optimierung. Dennoch bestehen technische Einschränkungen und Herausforderungen, die bedacht werden müssen.

Automatisierte Kampagnen bei Meta

Laut Mark Zuckerberg soll KI künftig die gesamte Kampagne automatisieren können: von der Erstellung der Inhalte über das Targeting bis zur Optimierung. Marketing-Verantwortliche sollen in der Lage sein, einfach nur die Ziele festzulegen und Zahlungsinformationen bereitzustellen. Doch die Realität bleibt hinter der Vision zurück, wobei die visuelle Personalisierung und die Optimierung noch große Schwächen aufweisen.

Generative KI sorgt für eine nie dagewesene Menge an Inhalten. Oder wie Nemo sehr gerne sagt: Es war noch nie so einfach, so schnell schlechten Social Media Content zu machen.

Michelle Zender

Regulatorische Entwicklungen: EU-Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die EU-Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte, die ab August 2026 in Kraft tritt:

Inhalte müssen klar gekennzeichnet werden, es sei denn, sie wurden wesentlich von menschlicher Hand überarbeitet. Neben den rechtlichen Anforderungen erfordert dies von Unternehmen Transparenz und Verantwortungsbewusstsein in der Nutzung von KI.

Welche Rolle spielen People Brands und Corporate Influencing im Social Media Marketing 2026?

Ein zentrales Thema des Webinars war der Trend zur „Personenmarke“. Nemo betonte, dass Marken zunehmend durch authentische und menschliche Gesichter repräsentiert werden sollten. Dies ist besonders bei der Gen Z und Millennials relevant. Parasoziale Beziehungen – also die emotionale Bindung zwischen UserInnen und einer Marke – werden durch authentische Persönlichkeiten deutlich gestärkt.

Zwei starke Beispiele dafür, wie eine loyale Community zu erfolgreichen Markenprodukten führen kann, sind die Marken SKIMS von Kim Kardashian sowie Rhode von Hailey Bieber.

Vergleich zweier Social-Media-Posts von Kim Kardashian (SKIMS) und Hailey Bieber (rhode), die persönliche Produktinszenierung und Creator-getriebene Markenkommunikation auf Social Media zeigen.

Social CEOs und die Personal-Brand-Strategie

Die steigende Relevanz von CEOs und Führungskräften als BotschafterInnen auf Social Media ist ein herausragender Trend. Persönlichkeiten wie Telekom-CEO Tim Höttges demonstrieren, wie eine aktive LinkedIn-Präsenz die Reichweite um ein Vielfaches erhöhen kann.

Es gibt mittlerweile kein DAX Unternehmen mehr, bei dem der CEO nicht auf LinkedIn aktiv ist.

Nemo Tronnier

Darüber hinaus können Unternehmen ihre Mitarbeitenden zu Corporate Influencern ausbilden, um die Vertrauenswürdigkeit und organische Reichweite zu erhöhen. Dies hat den Vorteil, dass sich individuelle Persönlichkeiten besser mit der Zielgruppe vernetzen als anonyme Marken.

Ihr möchtet 2026 ein Corporate Influencer Programm einführen? Hier findet ihr einen hilfreichen Social Media Guidelines-Leitfaden für eure MarkenbotschafterInnen.

Wie wichtig ist Community Building 2026?

Michelle zeigte, wie Communities auf Social-Media-Plattformen aufgebaut werden können, um eine treue und engagierte Fangemeinde zu schaffen. Broadcast Channels und „Finsta-Accounts“ auf Instagram sind hier wegweisend.

Broadcast Channels als digitale Newsletter

Neue Funktionen wie exklusive Community-Channels könnten traditionelle Newsletter ersetzen, da diese Tools nicht nur für Reichweite, sondern auch für Interaktionen sorgen.

Ein Broadcast Channel kann im Zweifel sogar einen klassischen Newsletter ersetzen.

Michelle Zender

Finsta Accounts und kreative Strategien

Immer mehr Unternehmen experimentieren mit alternativen Accounts, die abseits der klassischen Markenpräsenz eine lässigere und weniger werbliche Ansprache ermöglichen. Netflix hat mit dem Zweitaccount „Netflix 2“ ein prominentes Beispiel geliefert und beweist, dass informell gestalteter Content, der sich bewusst von Corporate Designs löst, bei der Gen Z besonders beliebt ist.

Grafik zum Trend „Finsta Accounts“, die anhand des Netflix-Beispiels erklärt, wie Marken geheime Zweitaccounts auf Instagram nutzen, um authentischer und experimenteller zu kommunizieren.

Cultural Moment Marketing: Wie profitieren Marken von Echtzeitstrategien im Social Media Bereich?

Eine weitere besonders spannende Strategie hat Michelle im Anschluss vorgestellt: das Cultural Moment Marketing. Dabei geht es darum, auf aktuelle gesellschaftliche, kulturelle oder popkulturelle Ereignisse in Echtzeit zu reagieren, um Relevanz und Nahbarkeit zu erzeugen.

Screenshot des Instagram-Profils von Penny Deutschland mit Beiträgen zur viralen Aktion „Schafe bei Penny“, die für hohe Reichweite und Aufmerksamkeit auf Social Media sorgte.

Michelle teilte Beispiele von Unternehmen wie Sixt und Penny, die durch schnelle und originelle Reaktionen auf Ereignisse wie „50 Schafe im Discounter“ große mediale Aufmerksamkeit erlangten. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch darum, dass die gewählten Events und Reaktionen zur Marke passen.

Beim Cultural Moments Marketing geht's eben darum, auf gesellschaftliche, kulturelle oder popkulturelle Ereignisse in Echtzeit zu reagieren und sich dadurch relevant und nahbar zu positionieren.

Michelle Zender

Welche praktischen Social Media Tipps gibt es für Unternehmen 2026?

Abschließend fasste Nemo die wichtigsten Trends und Empfehlungen zusammen, die Marken und Unternehmen umsetzen sollten, um ihre Social-Media-Strategien zu optimieren:

  • KI nutzen und personalisieren: Entwickelt aussagekräftige Inhalte durch KI, achtet jedoch weiterhin auf Authentizität und echte, menschliche Interaktionen.
  • Social SEO anwenden: Optimiert eure Texte bewusst für Suchmaschinen und KI-Chatbots, um eine bessere Sichtbarkeit zu erreichen.
  • Marken menschlich gestalten: Integriert Corporate Influencer, Brand Faces und eine aktive Social-CEO-Präsenz.
  • Community aktiv managen: Moderiert Kommentare und Content aktiv und baut echte Communities durch exklusive Inhalte und Interaktion auf.
  • Schnelle Reaktionen auf Trends: Verkürzt Freigabeschleifen und reagiert sofort auf neue Event-Trends oder Geschehnisse.
  • Die Kanalmatrix nutzen: Achtet auf die Plattform-Trends und konzentriert eure Strategie auf die richtigen Quadranten.

Fazit

Das Webinar „Social Media Trends 2026“ war eine Schatzgrube an Informationen und praxistauglichen Empfehlungen für Marken jeder Größe. Von neuen Plattform-Trends über die Integration von KI bis hin zu exklusiven Communitys und authentischem Branding – die vorgestellten Ansätze helfen, sich in einer zunehmend dynamischen digitalen Welt erfolgreich zu positionieren. Jetzt ist es an euch, diese Trends umzusetzen und eure Marke zukunftssicher zu machen!

Über Nemo Tronnier

Nemo Tronnier, Mitgründer und Geschäftsführer von Social DNA

Nemo Tronnier ist Mitgründer und Geschäftsführer von Social DNA. Als Full-Service-Agentur für Social Media mit strategischem Fokus erschließt Social DNA Potentiale im Bereich Social-Media-Marketing für internationale Mittelständler und Konzerne. Nemo ist ein erfahrener Speaker mit Vorträgen auf Konferenzen wie der AllSocial Marketing Conference, der Social Media Conference, oder der Mercedes Benz Social Media Night. Zudem ist er durch Trainings und Fachbeiträge bei T3N, OMR, Digital Bash, Marconomy sowie aus Presse und TV bekannt.

Über Michelle Zender

Michelle Zender von Social DNA

Michelle Zender ist Social Media Consultant und Teamlead bei Social DNA. In ihrer Rolle verbindet sie fundiertes Fachwissen mit einem ausgeprägten Gespür für aktuelle Trends und digitale Innovationen. Ihr Schwerpunkt liegt auf wirkungsvollem Paid Social, mit dem sie Unternehmen nicht nur sichtbar macht, sondern auch qualifizierte Leads, Conversions oder passende Bewerberinnen und Bewerber gewinnt.

Sie entwickelt dabei Social Media Strategien, die organische Inhalte und gezielte Anzeigen stimmig miteinander verbinden und zeigt, wie Marken durch relevante Trends nachhaltige Wirkung erzielen können.