Viele Unternehmen posten fleißig auf Social Media, aber wissen sie, was es wirklich bringt?
2026 wird die Frage nach messbarer Wirkung zur Grundvoraussetzung erfolgreicher Kommunikation. Die Spielregeln im Netz verändern sich rasant: Algorithmen priorisieren Relevanz statt Reichweite, KI verändert Content-Produktion und Nutzerverhalten. Doch während immer mehr Daten verfügbar sind, fehlt vielen Unternehmen eine klare Antwort: Wie messen wir eigentlich Erfolg?
Dabei ist die Lösung nicht kompliziert: Wer strategisch kommuniziert, definiert von Anfang an, was Erfolg bedeutet, und macht Wirkung systematisch messbar. Besonders im B2B-Umfeld, wo LinkedIn mit über einer Milliarde Nutzern das zentrale Netzwerk bleibt, zahlt sich dieser Ansatz aus. Unternehmen, die datengetrieben arbeiten, liefern echten Mehrwert, zeigen Haltung und positionieren sich als verlässliche Stimme in ihrem Markt. Vier Prinzipien zeigen, wie wirksame Social-Media-Kommunikation funktioniert:
Inhalt:
Vier Prinzipien für wirksame Kommunikation
Relevanz macht den Unterschied: Das Beispiel LinkedIn
Erfolge sichtbar machen: Von LinkedIn Insights zum eigenen Dashboard
Qualitative Signale im Blick: Was Rückmeldungen wirklich verraten
Erfolg entsteht im Zusammenspiel
Kommunikation ist Teamarbeit – Erfolgsmessung auch
Fazit: Relevanz vor Reichweite
Vier Prinzipien für wirksame Kommunikation
1. Likes sind keine Erfolgsgaranten:
Vanity Metrics wie Likes oder Views sagen wenig darüber aus, ob Inhalte tatsächlich die gewünschte Zielgruppe erreichen oder zu konkreten Handlungen führen. Wirkung entsteht erst dann, wenn Kommunikation auf die eigenen Ziele einzahlt – sei es durch Sichtbarkeit bei EntscheiderInnen, relevante neue Kontakte oder Leads.
2. Nähe zur Audience ist der Schlüssel zu echter Resonanz:
Wer seine Zielgruppe wirklich kennt, spricht deren Sprache, trifft relevante Themen und kann Inhalte passgenau auf deren Bedürfnisse zuschneiden. Das verhindert Streuverluste und schafft Verbindung statt nur Reichweite. Eine wichtige Rolle spielen hier die digitalen Markenbotschafter von Unternehmen mit ihren eigenen Netzwerken.
3. Mehrwert zählt mehr als oberflächliche Inhalte:
Inhalte, die informieren, inspirieren oder konkrete Hilfe bieten, wirken nachhaltiger als hübsch verpackte Beiträge ohne Substanz. Besonders im B2B-Umfeld punkten Beiträge, die echte Probleme lösen oder fundierte Perspektiven bieten. Der Energie-Anbieter 1komma5grad macht bei LinkedIn vor, wie das gehen kann.
4. Haltung schafft Vertrauen, unabhängig vom Kanal:
Ob als Unternehmen oder Einzelperson, eine klare Haltung zu Themen, Werten oder Entwicklungen stärkt die Glaubwürdigkeit. Sie sorgt für Wiedererkennbarkeit und ist entscheidend, um in der Vielzahl an Stimmen nicht unterzugehen. Bei LinkedIn steht die Vaude-Chefin Antje von Dewitz beispielhaft für diese Strategie.
Relevanz macht den Unterschied: Das Beispiel LinkedIn
Mit über einer Milliarde Nutzern ist LinkedIn nach wie vor das wichtigste Netzwerk im B2B-Umfeld. Hier informieren sich EntscheiderInnen, entstehen aus inspirierenden Inhalten Gespräche und zahlt sich Kommunikation aus, wenn sie zu den eigenen Werten und Unternehmenszielen passt.
Doch die Spielregeln haben sich verändert. Das neue „Brew 360"-Modell von LinkedIn bewertet Inhalte danach, ob sie zum Profil, zur Expertise und zum Netzwerk des Absenders passen. Das Modell fördert Substanz – nicht mehr nur Posts, die kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen. Für LinkedIn Pages, die nur rund 1,6 Prozent Sichtbarkeit im Feed haben, galt das schon immer: Relevanz schlägt Reichweite.
Wie geht Erfolgsmessung unter diesen Bedingungen? Eine von mir gestartete Umfrage unter Fach- und Führungskräften aus Marketing, Kommunikation und Vertrieb bei LinkedIn liefert ein aufschlussreiches Schlaglicht: 52 Prozent haben keine systematische Erfolgsmessung, 42 Prozent verlassen sich auf Plattformstatistiken. Nur drei Prozent nutzen aussagekräftige Kennzahlen wie Website-Besuche oder Leads. Ein Kommentar brachte es auf den Punkt:
Reichweite und Interaktionen ohne Bezug zum Ertrag zu sehen, ist sinnlos.
Das Problem ist nicht der Mangel an Daten, sondern eine fehlende Strategie für deren Auswertung.
Erfolge sichtbar machen: Von LinkedIn Insights zum eigenen Dashboard
Es ist an der Zeit, Erfolg konkret zu definieren und systematisch messbar zu machen. LinkedIn liefert erste Anhaltspunkte über Reichweite, Interaktionen oder Zielgruppenmerkmale. Diese Zahlen helfen beim Einstieg, reichen aber nicht aus.
Messbare Ergebnisse entstehen, wenn Inhalte strategisch in die Unternehmenskommunikation eingebettet sind – mit klaren Zielen, relevanten Botschaften und Angeboten, die wirklich Interesse wecken.
Wer etwa Leads im Vertrieb generieren, Awareness bei neuen Zielgruppen schaffen oder sich als Experte positionieren will, braucht von Beginn an definierte Social-Media-KPIs und eine technische Grundlage. Dazu gehören klar aufgebaute Landingpages und individuelle Tracking-Links.
Klar umrissene Themenschwerpunkte – etwa eine Beitragsserie zur Fachkräftegewinnung oder ein inhaltlicher Fokus rund um ein Whitepaper – sorgen für inhaltliche Stringenz und Wiedererkennbarkeit.
Ein entsprechendes Dashboard macht diese Entwicklung sichtbar. Es kann zum Beispiel so aufgebaut sein:
- Verknüpfung mit Google Analytics und UTM-Parametern
- Tracking von Downloads, Klicks oder Kontaktanfragen
- Website-Traffic aus LinkedIn
- Lead-Tracking im CRM-System
- Qualitative Rückmeldungen aus Vertrieb oder HR
Besonders relevant: LinkedIn ist im B2B-Bereich für einen großen Teil des Social-Traffics verantwortlich, in vielen Analysen liegt der Anteil bei über 45 Prozent. Voraussetzung ist, dass Posts gezielt auf relevante Inhalte verweisen.
Qualitative Signale im Blick: Was Rückmeldungen wirklich verraten
Strategische Ziele wie Sichtbarkeit bei EntscheiderInnen, Kontaktanbahnung oder Thought Leadership lassen sich mit einem Dashboard und ausgewählten qualitativen Signalen teilweise sichtbar machen, auch wenn nicht alles automatisch messbar ist. Dazu einige Beispiele:
- Interaktionen mit relevanten Kontakten: Entscheidend ist nicht, wie viele reagieren, sondern wer. Wenn sich Wunschkunden oder wichtige Stakeholder mit Inhalten beschäftigen, ist das ein starkes Zeichen für Relevanz.
- Kommentare und qualitative Reaktionen: Substanzielle Kommentare oder gezielte Nachfragen zeigen, dass Inhalte wirklich etwas auslösen. Aktives Community Management ist hier entscheidend: Wer Dialog ermöglicht, schafft Vertrauen und Bindung.
- Rückmeldungen aus dem Unternehmen: Wenn Kolleg:innen aus Vertrieb oder HR berichten, dass Inhalte in Gesprächen aufgegriffen werden, ist das ein klarer Indikator für Wirkung. Gerade bei B2B-Themen liegen viele Erfolgssignale nicht im Dashboard, sondern im Austausch zwischen Menschen.
Erfolg entsteht im Zusammenspiel
Einzelne Posts mögen viral gehen – bringen aber meist nichts. Während strategische Kommunikation messbare Ergebnisse liefert:
- Ein Technologie-Unternehmen teilt Kundenprojekte mit echten Einblicken. Der Geschäftsführer des Kunden kommentiert, hebt die Zusammenarbeit hervor. Tags darauf: eine qualifizierte Anfrage zu genau diesem Thema. - Eine HR-Managerin positioniert sich mit einer Beitragsserie zur Fachkräftegewinnung. Das Whitepaper dazu wird 200 Mal heruntergeladen. 15 Leads gehen daraus hervor.
- Ein CEO nimmt regelmäßig Stellung zu Branchenentwicklungen. Nach drei Monaten: messbar mehr Profilbesuche von EntscheiderInnen, zwei Speaker-Anfragen, mehrere Gespräche auf Branchenevents.
- Was diese Beispiele eint: klare Positionierung, relevanter Mehrwert, messbare Ziele und Geduld.
Kommunikation ist Teamarbeit – Erfolgsmessung auch
Erfolg entsteht nie im Alleingang. Deshalb sollten Fachbereiche wie Kommunikation, Marketing, Vertrieb und HR ihre Perspektiven frühzeitig zusammenbringen. Während das Marketing technische Reichweite und Conversions im Blick hat, liefern Vertrieb und HR wichtiges Feedback aus dem Markt: Welche Themen bringen Gespräche ins Rollen? Welche Inhalte fördern Vertrauen?
Regelmäßige Abstimmungen und gemeinsame Erfolgskriterien helfen, die Wirkung von Kommunikation ganzheitlich zu bewerten. Nur wenn alle ein Ziel verfolgen, entsteht nachhaltige Sichtbarkeit.
Fazit: Relevanz vor Reichweite
2026 ist nicht das Jahr für noch mehr Content, sondern für bessere Kommunikation. Unternehmen, die mit Haltung, Mehrwert und strategischer Klarheit auftreten, bauen Vertrauen auf, fördern Gespräche und schaffen Resonanz bei den richtigen Menschen. Wer Kommunikation datengetrieben denkt und systematisch misst, schafft Verbindung, nicht nur Aufmerksamkeit. Genau das wird 2026 den Unterschied machen.
Über Meike Leopold
Meike Leopold ist Expertin für digitale Kommunikation mit Fokus auf B2B-Themen. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in Journalismus, PR und Unternehmenskommunikation. Bei namhaften, internationalen IT-Anbietern wie NTT Data und Salesforce hat sie u.a. erfolgreiche Corporate Blogs aufgebaut und die Social-Media-Strategie verantwortet. Ihr Buch „Content Marketing mit Corporate Blogs“ ist 2019 erschienen. Meike Leopold zählt zu den Top 50 LinkedIn Experten in DACH und ist zudem LinkedIn TopVoice. Sie ist u.a. Mitglied der Jury des Stevie Awards. Zu ihren Kunden zählen sowohl DAX-Unternehmen als auch mittelständische und international tätige Firmen aus der IT-Branche. Weitere Impulse zur digitalen Kommunikation veröffentlicht sie unter www.start-talking.de/blog. LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/meikeleopold/
