Tom Hunt, Managing Director bei Antidote, erklärt, wie KI Tools für Kunden, Echtzeitmessung und die individuell anpassbaren Analysen von Meltwater kleinen Kommunikationsteams dabei helfen, mit deutlich größeren Wettbewerbern mitzuhalten. Gleichzeitig bleiben strategisches Urteilsvermögen, ein Gespür für gute Geschichten und das Wissen, wann Zurückhaltung gefragt ist, die entscheidenden Erfolgsfaktoren.
1. Was war Ihr persönliches PR-Highlight im Jahr 2026?
2. Was könnte Kommunikator:innen in den nächsten zwei Jahren überraschen?
3. Welche Gedanken haben Sie zum Thema KI in der Kommunikation, denen nicht unbedingt alle Kommunikator:innen zustimmen würden?
4. Was ist der größte Mehrwert, den Ihr Team durch die Nutzung der Meltwater-Plattform erzielt?
1. Was war Ihr persönliches PR-Highlight im Jahr 2026?
Dass wir unsere KI-Tools nicht länger nur im Hintergrund einsetzen, sondern sie direkt für unsere Kunden zugänglich gemacht haben.
Im Laufe des Jahres haben wir Lösungen, die wir ursprünglich für den internen Gebrauch entwickelt hatten, so weiterentwickelt, dass unsere Kunden sie selbst sehen und nutzen können. Dazu gehören Live Dashboards, die Daten aus redaktioneller Berichterstattung, sozialen Medien und Suchmaschinen an einem Ort zusammenführen. Unsere Kunden können jederzeit darauf zugreifen und müssen nicht mehr auf den monatlichen Report warten.
Wir haben das Geschäftsjahr mit einem zweistelligen Umsatzwachstum gegenüber 2024/25 abgeschlossen. Das zeigt, dass es eine echte Nachfrage nach diesem Ansatz gibt. Besonders positiv finde ich, wie viel konkreter und fundierter die Gespräche mit unseren Kunden geworden sind, seit alle auf dieselben Daten blicken.
2. Was könnte Kommunikator:innen in den nächsten zwei Jahren überraschen?
Wie viel Kunden künftig auch von kleinen Teams erwarten werden.
Technologien, für die früher eine gewisse Unternehmensgröße notwendig war, werden zunehmend erschwinglich. Dadurch ist die Anzahl der Mitarbeitenden kein verlässlicher Maßstab mehr für die Leistungsfähigkeit eines Teams. Ich glaube, dass Kunden das schneller erkennen werden, als viele in der Branche erwarten.
Davon profitieren vor allem echte Beratungskompetenz und ein gutes Gespür.
Entscheidend ist, zu wissen, wie und warum man eine Geschichte entwickelt, wen sie interessieren wird und wann es besser ist, nichts zu sagen.
Gutes Urteilsvermögen ließ sich schon immer nur schwer mit einem Preis versehen. Ich glaube jedoch, dass Kunden künftig gezielt dafür bezahlen werden, anstatt es lediglich als selbstverständlichen Bestandteil der gebuchten Arbeitsstunden zu betrachten.
3. Welche Gedanken haben Sie zum Thema KI in der Kommunikation, denen nicht unbedingt alle Kommunikator:innen zustimmen würden?
Ich glaube, dass der wertvollste Beitrag von KI zur Kommunikation in der Erfolgsmessung liegt und nicht in der Erstellung von Inhalten. Obwohl momentan alle auf den GEO Trend aufspringen, verhält sich die Branche meiner Meinung nach noch nicht so, als hätte sie das wirklich erkannt.
Die Zuordnung konkreter Ergebnisse zu PR-Maßnahmen bleibt schwierig. Bei manchen Kunden funktioniert sie überhaupt nicht, weil ihre Zielgruppen sehr speziell sind und sich Kaufentscheidungen über Monate oder sogar Jahre hinziehen.
Dank KI haben wir heute deutlich mehr Einblick. Wir können die gesamte Customer Journey genauer abbilden, nachvollziehen, wer mit welchen Inhalten interagiert hat und wohin diese Person anschließend gegangen ist. Außerdem können wir untersuchen, welche Argumente überzeugt haben und welche nicht.
Diese Analyse beeinflusst unsere Strategie. Die Strategie wiederum bestimmt, wie wir nach außen kommunizieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend erneut in unsere Analyse ein.
Ein Großteil der Branche betrachtet die Erfolgsmessung noch immer als etwas, das am Monatsende oder beim persönlichen Quartalsgespräch mit dem Kunden präsentiert wird. Ich möchte, dass sie uns stattdessen zeigt, welchen Weg wir als Nächstes einschlagen sollten.
4. Was ist der größte Mehrwert, den Ihr Team durch die Nutzung der Meltwater-Plattform erzielt?
Wie individuell anpassbar die Plattform inzwischen ist.
Dass wir vom ersten Tag an Live Dashboards für unsere Kunden einrichten und mit ihnen teilen können, hat unser Angebot grundlegend verändert. Hinzu kommen neue Integrationen wie MCP, die wir künftig noch stärker nutzen möchten.
Wir sind eine Agentur mit sechs Mitarbeitenden und treten bei Ausschreibungen gegen Gruppen an, die um ein Vielfaches größer sind. Erkenntnisse und Analysen, für die früher eine eigene Stelle notwendig gewesen wäre, werden heute kontinuierlich im Hintergrund erstellt.
Die Möglichkeit, diese Ergebnisse zusätzlich mithilfe KI-gestützter Analysen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, macht die Plattform für uns besonders leistungsfähig.
Am meisten interessiert mich, wie sich das künftig weiterentwickelt. Je offener Plattformen wie Meltwater werden, desto weniger entscheidet unsere Größe darüber, was wir für unsere Kunden leisten können.
Über Tom Hunt
Ich bin Tom Hunt, Managing Director bei Antidote.
Seit 15 Jahren entwickle und leite ich Kommunikationsprogramme für Technologieunternehmen. Dabei habe ich sowohl mit wachstumsstarken Vorreitern wie Unity und Quantinuum als auch mit Größen aus dem Silicon Valley wie Google und Intel zusammengearbeitet. Mich fasziniert besonders das Zusammenspiel von menschlichem Erfindergeist, Daten und Technologie.
Meine gesamte berufliche Laufbahn habe ich auf Agenturseite verbracht. Unter anderem war ich in leitenden Positionen bei WE Communications tätig. Zuletzt habe ich bei Cognito als Director, Head of Fintech und Head of Insights & Analytics gearbeitet.

