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Headergrafik der Interviewreihe „PR im Dialog 2026“, Ausgabe 4 von 9. Abgebildet ist Lena Köhne, Head of Communications bei Surventis, mit Portraitfoto.

PR & Kommunikation

PR im Dialog #4/9: Lena Köhne (Surventis)


Jan 4, 2026

Lena Köhne, Head of Communications bei Surventis, spricht in der heutigen Ausgabe über den erfolgreichen Markenlaunch nach dem Carve-out aus BASF, die wachsenden Anforderungen an schnelle, präzise und authentische Kommunikation sowie darüber, wie KI und datenbasiertes Arbeiten Kommunikationsteams zu weniger, aber wirkungsvollerem Content befähigen.

1. Was war Ihr persönliches PR-Highlight im Jahr 2026?

Der Carve-out von Surventis aus BASF und der Launch als eigenständiges Unternehmen waren das prägendste Projekt meiner bisherigen Laufbahn. Wir haben in acht Monaten eine komplett neue Marke aufgebaut und ausgerollt, die Website in drei Monaten neu gebaut und die über 130 Jahre alte Firmenidentität auf ein neues Level gehoben.

Die Zahlen aus den ersten Wochen haben selbst uns überrascht: mehr als 1 Milliarde Gesamtreichweite in der Presse innerhalb der ersten sieben Tage, eine LinkedIn-Engagement-Rate 217 % über der unserer wichtigsten Wettbewerber im Coatings-Markt, und fast 5.500 Kolleg:innen, die live oder online an den Launch-Events teilgenommen haben. Aus einem Konzernbereich wurde in wenigen Monaten eine eigenständige, sichtbare Marke – als Kommunikator:in lebst du für so ein Projekt. Zu sehen, wie Kolleg:innen auf der ganzen Welt diese neue Marke annehmen und feiern, macht uns als Team unglaublich stolz.

2. Was könnte Kommunikator:innen in den nächsten zwei Jahren überraschen?

Zwei Dinge insbesondere. Erstens: wie schnell Geschwindigkeit und Präzision, aber auch Authentizität gleichzeitig zur Erwartung werden. Reaktionszeit soll sinken, inhaltliche Tiefe darf aber nicht leiden, und dann braucht es auch noch einen Kern, ein Herz, das echt und einmalig ist, nicht einfach generisches Zusammengewürfel – und genau da wird es eng, weil Ressourcen nicht im gleichen Tempo mitwachsen, sondern, ganz im Gegenteil, immer weniger zur Verfügung stehen und sich das ganze Team weiterentwickeln muss.

Zweitens: Change- und Restrukturierungskommunikation wird für eigentlich alle Teams Alltag statt Ausnahme. Wer das nicht kann, hat es in den nächsten Jahren schwer.

3. Welche Gedanken haben Sie zum Thema KI in der Kommunikation, denen nicht unbedingt alle Kommunikator:innen zustimmen würden?

KI wird die Schreibarbeit größtenteils übernehmen, und das finde ich gut. Die Sorge, dass dabei „die Stimme" verloren geht, teile ich nicht, denn Stimme entsteht durch klare Haltung und konsequente Prinzipien, nicht durchs manuelle Tippen.

Kritischer sehe ich, wie die gewonnene Zeit genutzt wird: Die meisten produzieren aktuell mehr Content in weniger Zeit. Der eigentliche Wert liegt darin, weniger, aber besseren Content zu machen und viel vernetzter zu arbeiten. Und da reichen heute schon nicht mehr die reinen „Edelfeder"-Skills aus. Kommunikations-Profis brauchen ein Denken in Datenquellen und deren Management.

Dazu ist ein ganz anderes Repertoire erforderlich – klar, auch immer noch verbunden mit einem hervorragenden Gefühl für Sprache und Nuancen, aber eben auch mit sehr analytischen Fähigkeiten und Projektmanagement-Skills.

4. Was ist der größte Mehrwert, den Ihr Team durch die Nutzung der Meltwater-Plattform erzielt?

Wir wollen natürlich sehen, welchen Impact unsere Arbeit hat. Auch hier geht es darum, als Team vernetzt zusammenzuarbeiten, Daten zu erhalten und zielgerichtete Distribution, aber auch Zeitersparnis im täglichen Monitoring zu nutzen. Das ist nicht nur in einem Jahr mit so viel Bewegung wie einem Carve-out entscheidend. Das ist ein Kompass für gute Arbeit.

Über Lena Köhne

Lena Köhne, Head of Communications bei Surventis

Lena Köhne ist Head of Communications und Mitglied des Executive Leadership Team bei Surventis, einem international tätigen Unternehmen für Beschichtungstechnologie mit Sitz in Münster. 2026 verantwortete sie den kompletten Marken- und Kommunikations-Launch von Surventis im Zuge des Carve-outs aus BASF. Davor führte sie die globale Kommunikation von BASF Coatings und des Maschinen- und Anlagenbauers SMS group.