In dieser Ausgabe von „PR im Dialog 2026“ spricht Julia Völzke, Head of Global Media Relations & Reputation Management bei Rhenus Logistics, über die wachsende Bedeutung von Vertrauen und menschlicher Einordnung in einer KI-geprägten Informationswelt, den Wandel der Medienarbeit bei Rhenus und den Einsatz von Meltwater für effizientere Recherchen.
1. Was war Ihr persönliches PR-Highlight im Jahr 2026?
2. Was könnte Kommunikator:innen in den nächsten zwei Jahren überraschen?
3. Welche Gedanken haben Sie zum Thema KI in der Kommunikation, denen nicht unbedingt alle Kommunikator:innen zustimmen würden?
4. Was ist der größte Mehrwert, den Ihr Team durch die Nutzung der Meltwater-Plattform erzielt?
1. Was war Ihr persönliches PR-Highlight im Jahr 2026?
2026 war durch geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und wirtschaftliche Volatilität ein herausforderndes Jahr und wird es wohl auch noch bleiben. Gerade in diesem Umfeld kommt Kommunikation eine besondere Rolle zu: Wir erklären, ordnen ein und wollen Orientierung geben.
Mein persönliches Highlight ist daher nicht eine einzelne Kampagne, sondern die Entwicklung unserer Medienarbeit bei Rhenus. In den vergangenen Jahren haben wir uns bewusst für einen offeneren Ansatz in der Kommunikation entschieden. 2026 hat gezeigt, wie weit wir damit schon gekommen sind. Vor einigen Jahren mussten wir Journalist:innen noch aktiv von Gesprächen überzeugen. Heute kommen viele von selbst auf uns zu, um Entwicklungen in der Logistik einordnen zu lassen.
Zu beobachten, wie meine Kolleg:innen täglich in den Austausch mit Journalist:innen gehen, komplexe Entwicklungen unserer Branche transparent einordnen und dem Unternehmen dabei eine starke sowie verlässliche Stimme geben, macht Spaß und stolz auf das Team!
2. Was könnte Kommunikator:innen in den nächsten zwei Jahren überraschen?
Mich überrascht vor allem, wie schnell KI die Spielregeln verändert. Es geht längst nicht mehr nur darum, Inhalte effizient zu erstellen, sondern auch darum, wie Informationen gefunden und wahrgenommen werden.
Die wachsende Bedeutung von Vertrauen ist für uns Kommunikator:innen dabei keine neue Erkenntnis. Ich habe allerdings den Eindruck, dass dieses Thema in den nächsten Jahren auch außerhalb unseres Berufsfeldes noch stärker an Relevanz gewinnen wird. Die Informationslandschaft ist heutzutage leider oftmals geprägt von Desinformation, Polarisierung und einer stetig wachsenden Zahl KI-generierter Inhalte.
Gerade deshalb werden belastbare Fakten, transparente Kommunikation und langfristig aufgebaute Beziehungen zu Journalist:innen aus meiner Sicht noch wichtiger. KI kann vieles erleichtern und beschleunigen. Glaubwürdigkeit entsteht aber weiterhin durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, Zusammenhänge einordnen und Vertrauen aufbauen.
3. Welche Gedanken haben Sie zum Thema KI in der Kommunikation, denen nicht unbedingt alle Kommunikator:innen zustimmen würden?
Künstliche Intelligenz kann und wird uns nicht ersetzen. Punkt. Je einfacher und schneller Inhalte erstellt werden können, desto wichtiger werden die Fähigkeiten, die sich nicht automatisieren lassen: Einordnung, Erfahrung, Fingerspitzengefühl und gesunder Menschenverstand.
Auf welche Erfahrung greift KI zurück, wenn eine Situation komplex oder widersprüchlich wird? Wenn die eigentliche Antwort zwischen den Zeilen steht oder es darum geht, Stimmungen zu erkennen und richtig einzuordnen?
In einer Welt, in der wir Informationen im Überfluss haben, braucht es Menschen, die Orientierung geben können. Das ist und bleibt meiner Meinung nach die Hauptaufgabe von Kommunikation.
4. Was ist der größte Mehrwert, den Ihr Team durch die Nutzung der Meltwater-Plattform erzielt?
Meltwater und Mira verschaffen uns schnell und effizient einen Überblick, wenn es um Themenrecherchen geht. Durch vordefinierte Suchen können wir Mira in einem klar abgegrenzten Informationsraum arbeiten lassen und erhalten dadurch deutlich relevantere Ergebnisse als bei einer offenen Recherche.
Während die Suche, Sichtung und Sortierung von Informationen früher mehrere Stunden in Anspruch genommen hat, haben wir nun innerhalb von Minuten die passenden Rechercheergebnisse. Die gewonnene Zeit investieren wir nicht in mehr Recherche, sondern in bessere Kommunikation.
Über Julia Völzke
Julia Völzke ist Head of Global Media Relations & Reputation Management bei Rhenus Logistics und verantwortet dort die internationale Medienarbeit sowie den strategischen Aufbau der Unternehmensreputation. Zuvor war sie unter anderem für SD Worx und HERING SCHUPPENER (heute FGS Global) in der internen Kommunikation und Corporate Communications tätig. Ihre Erfahrung in Industrie, Beratung und Logistik vereint sie heute mit einem klaren Fokus auf glaubwürdige Kommunikation und internationale Positionierung.

