Mobile first – Es ist Zeit umzudenken

Mobile first – Es ist Zeit umzudenken

Nele Schwarz
19 Juni 2018

Vor einigen Jahren sorgte Mobile First noch für große Aufmerksamkeit. Die mobile Internetnutzung nimmt immer noch stark zu und nicht mobilfähiger Content ist kaum noch vorstellbar. Das liegt vor allem auch daran, dass die Anzahl der mobilen Endgeräte weiterhin unaufhaltsam steigt. Schaut man sich heutzutage in Cafes, U-Bahnen oder Restaurants um, stellt man fest, dass die Kommunikation größtenteils über das Smartphone stattfindet. Es ist somit fast selbstverständlich, dass Websites für mobile Endgeräte optimiert werden müssen.

Die Webentwicklung und das Webdesign haben sich von Beginn an auf die Ausrichtung von Websites für stationäre Desktops konzentriert. Mit der vermehrten Verwendung von Smartphones zum Surfen wurde die mobile Optimierung von Websites immer wichtiger. Doch immer öfter hört man in der Marketingbranche auch die Bezeichnung “Mobile First”. Im Folgenden erklären wir, was Mobile First bedeutet, welche Vorteile es mit sich bringt und wie die Umsetzung dieses Prinzips funktioniert.

Definition von Mobile First

Mobile First lässt sich als neuer Denkansatz im Webdesign definieren. Die Entwicklung geht einher mit der immer weiter verbreiteten Nutzung von Smartphones. Es geht dabei darum, die Darstellung von Websites zunächst für die mobile Ansicht zu optimieren, bevor man dann dieses Design auf andere Bildschirmgrößen anpasst. Man arbeitet also von der kleinsten Layout-Version hin zur größten.

Vorteile von Mobile First

Logischerweise hat man als Webdesigner für eine mobile Ansicht wesentlich weniger Platz im Vergleich zum Design von Webseiten. Das klingt im ersten Moment nach einer großen Einschränkung. Wenn man aber zweimal darüber nachdenkt, sieht man die Vorteile: Man konzentriert sich als Designer auf das Wesentliche wenn man nicht so viel Platz hat. Dadurch wird das Layout übersichtlicher und benutzerfreundlicher. Die vermeintliche Schwäche Platzmangel wird demnach zu einer der größten Stärken von Mobile First. Gerade in der frühen Phase, in der man das Layout skizziert, ist es sinnvoll den Mobile First Ansatz zu integrieren, um die elementaren Bedürfnisse der Nutzer in den Vordergrund des Designs zu stellen. Außerdem fordert Mobile First den Einsatz moderner Technologien, zum Beispiel um das Mobile Design an den Desktop anzupassen. Und wenn man sich gut mit den neuesten Technologien auskennt, findet man vielleicht auch für andere Probleme innovative Lösungen. Der größte Vorteil von Mobile First ist aber ganz offensichtlich:  Man kann viel mehr potenzielle Kunden erreichen. Denn im Jahr 2016 nutzten über 60% der Deutschen das Mobile Web. Dies verdeutlicht wie wichtig eine gute mobile Webansicht heutzutage ist. Darüber hinaus sind Informationen für jeden User zugänglich und jeder verfügt über die gleiche Performance und Inhalte der Website. Im Nachhinein kann die Website noch ausgebaut werden.

Umsetzung von Mobile First

Welcome to mobile where the only thing you can count on is change. […] So what’s a web designer to do — get swept up in a sea of constant instability? Quite the opposite. Because things continue to be so Wild West out there, you need to be a cowboy. Take risks, try new things, and accept that not all the boundary lines between devices, browsers, and the web have been drawn yet. – Luke Wroblewski

Die genau Erstellung und Umsetzung von Mobile First ist wohl Aufgabe der Webdesigner. Aber trotzdem ist es vor allem auch für das Marketing wichtig zu wissen, wie Mobile First ungefähr funktioniert. Bei der Anwendung der Mobile First Strategie werden spezielle Raster der Webseiten im Smartphone-Format erstellt und anschließend entsprechend für größere Screen-Formate skaliert. Die Raster passen sich je nach Format automatisch an die Displaygröße an und stellen Inhalte jederzeit optimal dar. Diese Anpassung verläuft aber selten reibungslos, weswegen die Verwendung von neusten Technologien beim Einführen von Mobile First ausschlaggebend ist. Nur so kann man dem Nutzer ein ganzheitlich optimiertes Nutzererlebnis bieten. Es ist sinnvoll die Website von innen nach außen zu erstellen. Die Darstellung der Inhalte kann mit zunehmender Bildschirmgröße “entfaltet” werden, also mit Zusatzinformationen gefüllt werden.

 

Es wird Zeit umzudenken

Mobile First bedeutet allerdings nicht nur ein minimalistisch reduziertes Design zu haben, vielmehr müssen auch Faktoren, wie User Experience und Kontext stimmen. Dabei darf das Nutzerverhalten nicht aus den Augen verloren werden. Wie kommt der Nutzer zum Produkt, in welcher Umgebung verhält er sich wie und wo nutzt er welche Zusatzleistungen. Das sind grundlegende Fragestellungen, um Mobile First zu optimieren und die beachtet werden sollten, bevor es an die Erstellung des Designs geht.  

Es wird für viele Designer und Entwickler Zeit umzudenken. Mobile first ist kein Buzzword mehr, viel mehr Alltag für jedes Unternehmen. Wenn man heutzutage im Netz einen erfolgreichen Auftritt hinlegen möchte, müssen alle Seiten mobil optimiert sein. Die Arbeitsansätze werden sich nachhaltig verändern. So sollte schon jetzt jeder Entwickler ein Smartphone bei der Konzeption der Website in der Hand haben, um die späteren Ergebnisse zu prüfen. Bei dem Mobile First Ansatz zählt nur eins: Weniger ist mehr! Das wird sich übrigens wohl auch auf die Desktop Websites übertragen. Nur, weil man ein größeres Display zur verfügung hat, heißt das nicht, dass man diesen mit unwichtigen Informationen und Features beladen muss. Optimal ist eine übersichtliche, leicht bedienbare Designlösung.

Was bedeutet Mobile First für uns Marketing-Profis?

Das Smartphone wird nicht nur für den privaten Gebrauch immer zentraler, viel mehr auch für geschäftliche Prozesse. Generell sehen wir eine Durchdringung des Messenger in jeglichen Bereichen, was eine enorme Auswirkung auf das Marketing hat und zukünftig immer stärker haben wird. Die Kommunikation über Messenger ist oftmals direkter und meist mobil. Das Messenger-Marketing ist somit ein neuer mobiler Teil des Online Marketing. Mobile Kommunikation wird sowohl für interne und externe Kommunikation immer alltäglicher, da sich das Verhalten im Privatleben auch auf das Geschäftliche auswirkt. Die Kommunikation findet beispielsweise über Messenger wie WhatsApp, Skype, Slack oder auch den Facebook Messenger statt. Weil sich so viele täglich in Messenger aufhalten ist der naheliegendste Schritt natürlich in diesen Bereichen auch Werbung zu starten.

Im B2B-Bereich ist Mobile First auch angekommen. Eine Studie von Google zeigt, dass 50% der B2B relevanten Suchanfragen mobil laufen. Es wird geschätzt, dass diese Zahl bis 2020 mindestens auf 70% steigen wird.

Auch SEO optimiert auf mobile. Nach eineinhalb Jahren Testlauf hat Google den mobile first Index veröffentlicht. Das bedeutet, dass Google nun auch die mobile Version einer Seite zur Bewertung der Relevanz nutzt Seitenbetreiber sollten also spätestens jetzt ihre Seite mobil optimieren. Faktoren, wie Responsive Design spielen dabei eine übergeordnete Rolle.

Das Kaufverhalten hat sich enorm verändert. Viele Suchanfragen, Entscheidungsfindungsprozesse und Kommunikation findet mehr und mehr mobil statt. Das sollten Marketer zukünftig nutzen, um die Werbung, wie beispielsweise im Messenger, richtig zu platzieren.