CARE - Suffering in Silence

Vergessene humanitäre Krisen aufdecken

Der "Suffering in Silence Report" klärt 2019 bereits zum 4. Mal über die humanitären Krisen auf, über die in den Medien am wenigsten berichtet worden ist. Anlässlich dieses Jubiläums haben wir mit Ninja Taprogge, Medienreferentin bei CARE, gesprochen und möchten dazu einige Hintergrundinformationen vorstellen.

Meltwater ermöglicht CARE:

Monitoring der Medienberichterstattung von humanitären Krisen im Verlauf eines Jahres

Analyse von über 2,4 Millionen Onlineartikeln auf Englisch, Deutsch, Französisch, Arabisch und Spanisch

Auswertung und Auflistung der Krisen, die im vergangenen Jahr am wenigsten Erwähnung fanden.

Die Herausforderung

Eine datenbasierte Tendenz in der globalen Medienaufmerksamkeit von Krisen aufzeigen

Wissen Sie, wovon die Menschen in Madagaskar bedroht sind? Wenn Ihre Antwort "Nein" lautet, sind Sie damit nicht alleine. Im Jahr 2019 gab es weltweit rund 40 humanitäre Krisen mit jeweils mehr als einer Million Betroffenen — von den meisten dieser Krisen haben wir in Deutschland gar nicht oder nur sehr selten gehört. Ninja Taprogge ist Medienreferentin bei CARE. Ihre Aufgabe ist es, das zu ändern und Journalistinnen und die Öffentlichkeit über die Arbeit von CARE zu informieren und um Unterstützung zu werben. Sie organisiert Medienreisen in Care Projekte im Nahen Osten, in Afrika oder auf dem Balkan, verfasst Statements zu aktuellen Entwicklungen in der humanitären Hilfe und entwickelt im Team Formate, die Interesse wecken sollen: Studien, Veranstaltungen oder digitalen Content.

CARE wurde 1945, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, gegründet. Damals schlossen sich 22 Wohlfahrtsverbände in den USA zusammen, um notleidenden Menschen im Nachkriegseuropa zu helfen. Viele Millionen CARE-Pakete mit Nahrungsmitteln, Kleidung und Werkzeugen retteten Familien in Deutschland und anderen europäischen Ländern das Leben. Diese Tradition des CARE-Paketes lebt heute im übertragenen Sinne weiter. Als eine der größten privaten Hilfsorganisationen arbeitet CARE in 100 Ländern, um Menschen dabei zu helfen, Armut zu überwinden und Auswirkungen von Krisen und Katastrophen besser bewältigen zu können. Dabei stehen die Gleichstellung und besondere Förderung von Frauen und Mädchen im Vordergrund. Ziel von CARE ist es, Frauen und Mädchen überall dort zu unterstützen, wo sie systematisch benachteiligt sind.

"Mit der Analyse von Meltwater gehen wir einen Schritt weiter, anstatt uns "nur" auf unser Bauchgefühl zu verlassen, zeigen wir eine faktenbasierte Tendenz in der globalen Medienaufmerksamkeit auf."

Ninja Taprogge, Medienreferentin bei CARE

Die Lösung

Meltwater als Reporting-Partner

Um festzustellen, wie viele und welche humanitären Krisen es im Jahr 2019 gab, wurden verschiedene Quellen analysiert, dazu gehören etwa die humanitären Datenportale Reliefweb und ACAPS aber auch Datenerhebungen von CARE. Wie in den Jahren zuvor hat sich das CARE-Team dazu entschieden, nur diejenigen humanitären Krisen von Meltwater analysieren zu lassen, die über eine Million Menschen betrafen. Für 2019 ergab sich daraus eine Liste von 40 Krisen, darunter etwa auch Syrien, Venezuela und die Demokratische Republik Kongo. Die Top 10 des Berichtes sind die zehn Länder, für die Meltwater am wenigsten Mediennennungen messen konnte.

"Suffering In Silence" wird zeitgleich in den USA, Kanada, Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern veröffentlicht. Unter dem Hashtag #sufferinginsilence ruft CARE auch in den sozialen Medien zum Teilen der Studie auf — je mehr Menschen ihre Solidarität über Twitter, Instagram und Co. zeigen, desto mehr Aufmerksamkeit können wir schaffen.

--> Zum Suffering in Silence Report 2019

Die Vision von CARE

Welche Vision habt ihr bei CARE für zukünftige Studien und wie schätzt ihr die Entwicklung inhaltlich ein?

Mit dem Bericht möchte CARE zu einer Diskussion zwischen Politikerinnen, Journalisten, der humanitären Gemeinschaft und breiteren Öffentlichkeit beitragen. Gemeinsam sollte es unser Ziel sein, die Aufmerksamkeit für Menschen in Not zu steigern, die Bereitstellung von Hilfe effizienter zu gestalten und uns besser auf Krisen und Katastrophen vorbereiten zu können. Der Bericht hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. In diesem Jahr haben wir etwa zum ersten Mal auch die arabisch- und spanischsprachigen Medienmärkte analysiert. Wir wünschen uns, den Bericht auch in Zukunft noch weiter ausbauen zu können. Unser Ziel ist es, vor allem auch jüngere Menschen, von denen sich ja weltweit inzwischen Tausende für mehr Klimaschutz einsetzen, für humanitäre Themen zu begeistern. Gemeinsam können wir mehr erreichen.

— Ninja Taprogge, CARE