Inhalt
Die Webinar-Aufzeichnung
Warum verändert KI die digitale Markenkommunikation?
Welche Rolle spielt Digital PR für GEO?
10 Touchpoints für mehr Sichtbarkeit in der KI-Suche
Wie unterstützt Meltwater die GEO-Strategie?
Fazit: Wie können Unternehmen ihre KI-Sichtbarkeit verbessern?
Die Webinar-Aufzeichnung:
Warum verändert KI die digitale Markenkommunikation?
Die Suche nach Informationen findet längst nicht mehr ausschließlich über klassische Suchmaschinen statt. Nutzer informieren sich über soziale Netzwerke, Video-Plattformen, Online-Communitys und zunehmend auch über KI-Anwendungen wie ChatGPT.
Dadurch verändert sich auch die Customer Journey. Statt eines festen Weges von der Suchanfrage bis zur Kaufentscheidung nutzen Menschen unterschiedliche Plattformen, um Produkte, Dienstleistungen und Marken zu vergleichen.
Für Unternehmen bedeutet das: Eine gute Google-Platzierung allein reicht nicht mehr aus, um an allen relevanten Kontaktpunkten sichtbar zu sein.
Gleichzeitig bleibt Google ein wichtiger Bestandteil der digitalen Suche. Im Webinar betonte Hans-Henning Raven deshalb, dass Unternehmen ihre bestehende SEO-Strategie nicht vernachlässigen sollten. Vielmehr geht es darum, klassische Suchmaschinenoptimierung um weitere Maßnahmen zu ergänzen.
Das Ziel ist eine konsistente Markenpräsenz über alle relevanten digitalen Touchpoints hinweg.
Welche Rolle spielt Digital PR für GEO?
GEO steht für Generative Engine Optimization und beschreibt Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen verbessern können.
Während klassische SEO vor allem darauf abzielt, in Suchmaschinen möglichst weit oben zu erscheinen, geht es bei GEO darum, in KI-generierten Antworten als relevante und vertrauenswürdige Marke berücksichtigt zu werden.
KI-Systeme greifen dabei auf unterschiedliche Informationsquellen zurück. Neben Unternehmenswebsites können auch Medienberichte, Bewertungen, Expertenbeiträge und Diskussionen in Online-Communitys eine Rolle spielen.
Genau hier setzt Digital PR an.
Durch gezielte Medienarbeit, den Aufbau von Expertenprofilen und eine aktive Reputationsstrategie können Unternehmen ihre Glaubwürdigkeit stärken und zusätzliche Informationsquellen schaffen, die ihre Marke mit relevanten Themen verbinden.
Wichtig ist dabei, nicht nur einzelne Plattformen zu optimieren. Welche Quellen KI-Modelle bevorzugen, kann sich mit neuen Modellversionen verändern. Eine langfristige, plattformübergreifende Strategie ist deshalb nachhaltiger als die Konzentration auf einzelne kurzfristige GEO-Trends.
10 Touchpoints für mehr Sichtbarkeit in der KI-Suche
Im Webinar stellte Hans-Henning Raven zehn Touchpoints vor, mit denen Unternehmen ihre digitale Reputation und Sichtbarkeit verbessern können.
Die Reihenfolge orientiert sich am Aufwand der Umsetzung, von vergleichsweise einfachen Optimierungen bis hin zu umfangreicheren Kommunikationsmaßnahmen.
1. Google Business Profile optimieren
Das Google Business Profile ist eine wichtige Informationsquelle für Unternehmen. Es bündelt zentrale Angaben wie Standort, Website, Produkte, Dienstleistungen und Bewertungen.
Diese strukturierten Informationen helfen Suchmaschinen und KI-Systemen dabei, Unternehmen besser einzuordnen.
Achte deshalb darauf, dass dein Unternehmensprofil vollständig und aktuell ist.
Besonders wichtig sind:
- Aktuelle Unternehmens- und Kontaktdaten
- Vollständige Beschreibungen von Produkten und Dienstleistungen
- Verlinkungen zu deiner Website und deinen Social-Media-Profilen
- Aktives Management von Kundenbewertungen
Auch der Umgang mit kritischen Bewertungen spielt eine Rolle. Sachliche und hilfreiche Antworten zeigen, dass ein Unternehmen Feedback ernst nimmt und aktiv mit seinen Kunden kommuniziert.
2. Social-Media-Profile konsistent gestalten
Unternehmensprofile auf LinkedIn, Instagram, Facebook und anderen Plattformen liefern zusätzliche Informationen über eine Marke.
Dabei kommt es nicht nur auf regelmäßige Veröffentlichungen an. Bereits konsistente Unternehmensbeschreibungen, aktuelle Links und einheitliche Angaben können helfen, die digitale Markenidentität zu stärken.
Prüfe deshalb, ob deine wichtigsten Social-Media-Profile dieselben zentralen Informationen vermitteln.
Unterschiedliche Formulierungen für verschiedene Zielgruppen sind sinnvoll. Die grundlegenden Aussagen über dein Unternehmen, deine Leistungen und deine Positionierung sollten jedoch übereinstimmen.
3. Expertenprofile und Autorenschaft stärken
Mit der zunehmenden Verbreitung KI-generierter Inhalte gewinnt die Frage an Bedeutung, wer hinter einer Veröffentlichung steht.
Namentlich genannte Experten mit nachweisbarer Erfahrung können dazu beitragen, die Glaubwürdigkeit von Inhalten zu stärken.
Unternehmen sollten deshalb gezielt interne Experten sichtbar machen und ihre fachliche Kompetenz über verschiedene Kanäle hinweg präsentieren.
Dazu gehören:
- Autorenprofile auf der Unternehmenswebsite
- Fachartikel und Interviews
- Regelmäßige Beiträge auf LinkedIn
- Verlinkungen zwischen Autorenprofilen und Social-Media-Kanälen
Entscheidend ist eine klare fachliche Positionierung. Wer kontinuierlich zu bestimmten Themen veröffentlicht, kann langfristig eine stärkere Verbindung zwischen der eigenen Expertise und der Unternehmensmarke aufbauen.
4. Online-Bewertungen aktiv managen
Bewertungsplattformen sind ein wichtiger Bestandteil der digitalen Reputation.
Neben klassischen Kundenbewertungen spielen auch branchenspezifische Portale und Arbeitgeberbewertungsplattformen eine Rolle.
Beispiele sind Trustpilot, OMR Reviews oder kununu.
Im Webinar empfahl Hans-Henning Raven einen einfachen Ausgangspunkt: Suche nach deinem Markennamen in Kombination mit dem Begriff „Erfahrungen“.
So erkennst du schnell, welche Plattformen für deine Marke besonders relevant sind und wo möglicherweise Handlungsbedarf besteht.
Wichtig ist ein übergreifendes Reputationsmanagement. Bewertungen sollten nicht isoliert von einzelnen Abteilungen betrachtet werden, sondern Teil einer gemeinsamen Kommunikationsstrategie sein.
5. Historische Markeninformationen überprüfen
Ein häufig unterschätzter Touchpoint ist das Internet Archive mit seiner Wayback Machine.
Dort lassen sich ältere Versionen von Unternehmenswebsites einsehen. Diese historischen Informationen können auch für KI-Systeme relevant sein.
Das kann problematisch werden, wenn veraltete Unternehmensangaben, frühere Positionierungen oder längst überholte Informationen weiterhin auffindbar sind.
Prüfe deshalb regelmäßig, welche historischen Inhalte über deine Marke verfügbar sind.
Wenn KI-Systeme veraltete oder falsche Informationen wiedergeben, lohnt sich eine Analyse der zugrunde liegenden Quellen. Bei bestimmten archivierten Inhalten können gegebenenfalls auch Anfragen zur Entfernung gestellt werden.
6. Einen zentralen Pressebereich aufbauen
Ein gut strukturierter Pressebereich erleichtert nicht nur Journalisten die Recherche. Er stellt auch öffentlich zugängliche, verlässliche Informationen über ein Unternehmen bereit.
Im Webinar wurde empfohlen, einen zentralen Presse-Hub auf der Unternehmenswebsite einzurichten.
Dieser sollte folgende Inhalte enthalten:
- Unternehmensprofil und wichtige Kennzahlen
- Aktuelle Pressemitteilungen
- Pressekontakte und Ansprechpartner
- Bildmaterial und Presse-Kits
- Auszeichnungen und relevante Medienberichte
Besonders hilfreich ist eine Übersicht externer Berichterstattung mit Links zu den jeweiligen Veröffentlichungen.
So entsteht eine nachvollziehbare Verbindung zwischen der eigenen Unternehmenswebsite und unabhängigen Medienquellen.
Auch die Qualität der veröffentlichten Inhalte ist entscheidend. Aktuelle Informationen, klare Überschriften und eine nachvollziehbare Struktur erleichtern die Einordnung durch Suchmaschinen und KI-Systeme.
7. Podcasts für Thought Leadership nutzen
Podcasts bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Expertise über klassische Textformate hinaus sichtbar zu machen.
Ein Vorteil liegt in ihrer breiten Verbreitung. Viele Formate erscheinen gleichzeitig auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube und weiteren Plattformen.
Zusätzlich können Transkripte und Shownotes die Inhalte auch in Textform zugänglich machen.
Dabei muss nicht jedes Unternehmen einen eigenen Podcast produzieren. Bereits Interviews oder Gastauftritte in relevanten Branchenformaten können helfen, Experten zu positionieren und die Marke mit wichtigen Themen zu verbinden.
Entscheidend ist, dass die Inhalte einen echten Mehrwert bieten und über reine Produktwerbung hinausgehen.
8. In relevanten Reddit-Communitys präsent sein
Reddit gewinnt als Informationsquelle für Produkterfahrungen, Empfehlungen und Diskussionen an Bedeutung.
Nutzer tauschen sich dort über konkrete Probleme aus, vergleichen Anbieter und teilen persönliche Erfahrungen.
Diese Diskussionen können sowohl in klassischen Suchergebnissen als auch in KI-generierten Antworten sichtbar werden.
Im Webinar wurde Fairphone als Beispiel für einen aktiven Community-Ansatz vorgestellt.
Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, sich einzubringen:
- Eigene thematische Communities aufbauen
- Mit offiziellen Unternehmensvertretern Fragen beantworten
- Sich an bestehenden Diskussionen beteiligen
Wichtig ist dabei eine authentische Kommunikation. Statt Reddit ausschließlich als Werbekanal zu betrachten, sollten Unternehmen hilfreiche Antworten geben und den Austausch mit ihrer Zielgruppe suchen.
9. YouTube als zusätzlichen Sichtbarkeitskanal nutzen
Auch YouTube kann die digitale Markenpräsenz stärken.
Videos bieten die Möglichkeit, komplexe Themen verständlich zu erklären, Experten sichtbar zu machen und eine persönliche Verbindung zur Zielgruppe aufzubauen.
Durch Videotranskripte werden gesprochene Inhalte zusätzlich in Textform verfügbar.
Dabei müssen es nicht immer aufwendige Videoproduktionen sein.
Interviews, Expertengespräche oder regionale Themenformate können bereits einen wertvollen Beitrag zur Markenkommunikation leisten.
Entscheidend ist, dass die Inhalte relevant sind und die Marke glaubwürdig mit bestimmten Themen verknüpft ist.
10. Community-Events und Mitmachformate entwickeln
Den Abschluss bilden Community-Events und interaktive Kampagnen.
Sie sind häufig aufwendiger in der Umsetzung, können aber eine besonders breite Wirkung entfalten.
Wenn Unternehmen ihre Community aktiv einbeziehen, entstehen Inhalte und Markenerwähnungen über verschiedene Plattformen hinweg.
Im Webinar wurden unter anderem Community-Formate von E.ON und eine Mitmachkampagne von Schwäbisch Hall vorgestellt.
Der Vorteil: Nicht sämtliche Inhalte müssen vom Unternehmen selbst stammen.
Teilnehmer, Creator und Community-Mitglieder tragen ihre Erfahrungen weiter und schaffen zusätzliche Kontaktpunkte mit der Marke.
So können Unternehmen ihre Markenbekanntheit stärken und gleichzeitig authentische Verbindungen zu relevanten Themen und Zielgruppen aufbauen.
Wie unterstützt Meltwater die GEO-Strategie?
Eine erfolgreiche GEO-Strategie beginnt damit, die eigene Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen zu verstehen.
Mit Meltwater GenAI Lens können Unternehmen analysieren, wie ihre Marke in den Antworten verschiedener KI-Modelle erscheint und wie sich diese Wahrnehmung im Zeitverlauf entwickelt.
Im Webinar zeigte Franzi Schulz, wie sich diese Erkenntnisse für die Marken- und Kommunikationsstrategie nutzen lassen.
Unternehmen können unter anderem untersuchen:
- Wie sichtbar ist die eigene Marke in KI-generierten Antworten?
- Welche Wettbewerber werden häufiger genannt?
- Mit welchen Themen und Eigenschaften wird die Marke verbunden?
- Wie entwickelt sich die Tonalität der Erwähnungen?
- Welche Quellen beeinflussen die Antworten?
Besonders wertvoll ist die Verbindung mit weiteren Daten aus der Medienbeobachtung und dem Social Listening.
So lässt sich die Markenwahrnehmung über verschiedene Kanäle hinweg analysieren und in einem gemeinsamen Reporting aufbereiten.
Mithilfe des Meltwater MCP können beispielsweise Erkenntnisse aus GenAI Lens, News und Social Media in einem übergreifenden Report zusammengeführt werden.
Das hilft Kommunikationsteams dabei, Entwicklungen besser einzuordnen, relevante Maßnahmen abzuleiten und Ergebnisse mit internen Stakeholdern zu teilen.
Fazit: Wie können Unternehmen ihre KI-Sichtbarkeit verbessern?
Die digitale Suche wird vielfältiger. Unternehmen müssen deshalb über die eigene Website und klassische Suchmaschinen hinausdenken.
Digital PR spielt dabei eine zentrale Rolle, denn glaubwürdige Markeninformationen entstehen nicht nur durch eigene Inhalte, sondern auch durch Medienberichte, Expertenmeinungen, Bewertungen und den Austausch mit Communitys.
Für den Einstieg helfen drei Fragen:
- Sind unsere Unternehmensinformationen über alle relevanten Plattformen hinweg aktuell und konsistent?
- Welche Experten, Medien und Communities können unsere Glaubwürdigkeit stärken?
- Wie messen wir, ob unsere Marke in KI-generierten Antworten tatsächlich sichtbarer wird?
Die wichtigste Empfehlung aus dem Webinar: Setze nicht auf einzelne GEO-Hacks, sondern auf eine langfristige Strategie, die SEO, Digital PR und Reputationsmanagement miteinander verbindet.
Wer relevante Touchpoints kontinuierlich pflegt, authentische Expertise sichtbar macht und seine Markenwahrnehmung regelmäßig analysiert, schafft eine solide Grundlage für mehr Sichtbarkeit und Vertrauen in der KI-Suche.
Über Hans-Henning Raven
Hans-Henning Raven ist leidenschaftlicher KI- und SEO-Experte mit über 20 Jahren Inhouse-Erfahrung. Unter anderem war er als Head of SEO für große Websites wie Lieferando.de, ImmobilienScout24.de, GIGA.de, Kino.de u.a. verantwortlich. Aktuell ist er Managing Partner und Director SEO bei der Berliner Digital-Marketing-Agentur suxeedo, wo er mit internationalen KundInnen ganzheitliche SEO-Strategien entwickelt und deren Umsetzung begleitet. Sein fundiertes Wissen und seine langjährige Praxiserfahrung im Bereich large-scale SEO machen ihn zu einem gefragten Referenten und Berater.
Über Franzi Schulz
Franzi Schulz ist seit mehr als drei Jahren Teil des Meltwater-Teams. In ihrer Rolle als Key Account Managerin betreut sie strategische Kunden aus unterschiedlichen Branchen und unterstützt internationale Unternehmen dabei, das volle Potenzial externer Daten auszuschöpfen. Ihr Fokus liegt darauf, komplexe Daten in relevante Erkenntnisse zu übersetzen und Unternehmen wertvolle Einblicke in Märkte, Zielgruppen und Wettbewerber zu ermöglichen. So hilft sie ihren Kunden, fundierte Entscheidungen zu treffen und ihre Kommunikations- und Geschäftsstrategien datenbasiert weiterzuentwickeln.
Über Nathalie Roehl
Nathalie Roehl ist seit 2024 Teil des DACH-Marketing-Teams bei Meltwater. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Umsetzung moderner B2B-Marketingstrategien mit besonderem Fokus auf künstliche Intelligenz und digitale Innovationen. Sie beschäftigt sich kontinuierlich mit neuen Technologien und deren praktischer Anwendung, um Marketing- und Kommunikationsprozesse effizienter und zukunftssicher zu gestalten.

