Social Storytelling und Immersionen: Die Kunst Geschichten zu erzählen

Social Storytelling und Immersionen: Die Kunst Geschichten zu erzählen

Nele Schwarz
23 Mai 2018

Es ist in aller Munde, es soll das Erfolgsrezept für alles sein und wenn man es hört denkt man zuerst, es handelt sich wieder um ein weiteres Buzzword: Storytelling. Und auch wenn es wie das Modewort schlechthin klingt, Storytelling ist kein neues Instrument des Marketing, viel mehr begleitet es uns alle unterbewusst schon das ganze Leben lang, denn Storytelling ist die erste bekannte und bis heute angewendete Kommunikationsmethode. So fing es bereits im antiken Griechenland an, wo Erzählungen von Zuhörern mit unterschiedlichen Emotionen aufgenommen und abgewandelt weitererzählt wurden. Unsere Lehrer zu Schulzeiten nutzten das Storytelling um uns in den Bann zu ziehen, zu begeistern und zu unterrichten. Eine neue Art des Geschichtenerzählens ist jedoch das Social Storytelling. Das Social Storytelling ist ein relativ neues Werkzeug des Marketing, genauer gesagt des Social Media Marketing. Im Zeitalter des Social Media ist es Pflicht, seine Follower in die Geschäftsprozesse zu integrieren und miteinander zu interagieren. Da kommt Social Storytelling ins Spiel, denn Social Storytelling ist die Kunst aus vermeintlich unspektakulären Fakten, Produkten oder Dienstleistungen spannende Geschichten zu zaubern und dem Leser Emotionen zu entlocken. Je intensiver die Geschichten, desto wahrscheinlicher werden Leser auf eure Marke aufmerksam und fühlen sich angesprochen. Hierbei bietet Storytelling großes Potenzial, denn nach über einem Jahrzehnt Social Media werden die meisten täglich mit neuen Inhalten überflutet, sodass den einzelnen Posts kaum noch Beachtung geschenkt wird.

Nun, da geklärt ist, was (Social) Storytelling im Allgemeinen bedeutet, wollen wir erklären, wie ihr es richtig anstellt.

Also…

Wohin mit den Stories?

Bevor ihr die Art und Weise des Storytelling klärt, sollte zunächst definiert sein auf welchem Medium gepostet wird. Soziale Netzwerke, wie Instagram, Facebook, LinkedIn und Co. sind für lange Texte nicht unbedingt geeignet. Wollt ihr euch also auf Text konzentrieren, führt kein Weg an einem Unternehmensblog vorbei. Führt ihr bereits einen Unternehmensblog und wollt euch auf die sozialen Netzwerke fokussieren, solltet ihr weniger auf Texte und mehr auf Bilder und Videos setzen. Das Storytelling mit visuellem Content ist nicht ganz einfach, aber durchaus machbar, denn wie heißt es doch so schön “Bilder sagen mehr als tausend Worte”. Frei nach diesem Motto solltet ihr euch auf jeden Fall auch an die sozialen Netzwerke dieser Welt wagen.

Welche Inhalte soll ich kommunizieren?

Zunächst ist die schwammige Antwort gleichzeitig die passendste: Es kommt drauf anSetzt euch mit eurer Zielgruppe ganz genau auseinander. Wie ist eure Zielgruppe aufgebaut, was macht sie aus und was begeistert sie? Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die Zielgruppe nicht unbedingt demographisch aufgesplittet werden muss, sondern vor allem nach Interessengruppen betrachtet werden sollte. Überlegt euch außerdem, was eure Marke ausmacht, wie eure Unternehmenskultur ist und wie ihr euch nach außen präsentieren wollt. Sobald ihr wisst, wer ihr als Marke seid und für was ihr steht könnt ihr Geschichten konzipieren, die eure Botschaft authentisch kommunizieren. Es hilft immer sich an Beispielen zu orientieren und das ein oder andere für das eigene Konzept zu adaptieren, keiner braucht das Rad neu erfinden. In unserem Blogpost von letzter Woche haben wir Beispiele aufgeführt, die im B2B-Bereich glanzvolle Content Arbeit leisten. Gerade im B2B ist es sehr schwierig gutes Storytelling zu betreiben, da für den Endverbraucher oftmals eher unattraktive Produkte angeboten werden. Viele Unternehmen setzen auf Erfolgsgeschichten ihrer Mitarbeiter oder der Firma selbst, arbeiten mit Influencern zusammen und versuchen somit eine emotionale Bindung zu der Leserschaft aufzubauen.

Tipp: Orientiert euch an diesen Richtlinien für eine fesselnde Story:

  1. Zeigt eure persönliche Seite – Menschen folgen Menschen, nicht Marken
  2. Erzählt die Geschichten hinter den Kulissen – Menschen Kaufen nicht nur die Marke, auch die Story
  3. Bindet auch Daten und informative Fakten in das Storytelling ein
  4. Teile fortlaufende Beiträge, um eine breite Geschichte zu erzählen
  5. Verbindet eure Posts miteinander und kreiert eine große Story

Um für sich passende Inhalte zu finden ist Kreativität gefragt. Die Essenz des Storytelling bleibt jedoch immer die gleiche: Menschen lieben Emotionen! Ob Dramen oder Erfolgsgeschichten, sie wollen emotional berührt werden. Und das kann heutzutage bei all dem täglichen Input auf Social Media schonmal schwer werden.

Wie soll ich meinen Content darstellen?

Ein entscheidender Punkt ist die Darstellung der Inhalte. Habe ich den für mich passenden Content gefunden muss ich herausfinden, wie ich diesen darstellen möchte. Ein Trend dieses Jahr ist die Visualisierung von Content. Versucht einen Eyecatcher in Form von Videos, Bewegtbildern oder Infografiken einzubauen, um maximale Aufmerksamkeit auf euch zu ziehen. Durch visuellen Content könnt ihr eure Leser schneller und präziser informieren, diese werden wiederum schneller eine Kaufentscheidung treffen. Das hängt mit dem so genannten “Picture Superiority Effect” zusammen, der besagt, dass visuelle Informationen deutlich schneller vom menschlichen Gehirn verarbeitet und länger gespeichert werden als geschriebener Text. So erinnern wir uns nach einem Tag nur an rund 10% des gelesenen Textes, wird der Artikel jedoch durch Bilder unterstützt, sind es nach drei Tagen noch bis zu 65% des Inhaltes.

Doch warum reagieren wir auf visuellen Content so viel intensiver?

Warum ist es für Marketer so wichtig mit Content Emotionen auszulösen?

Robert Weller, Experte auf dem Gebiet Content Design und Marketing löst für uns diese Fragen.

Menschen bevorzugen visuellen Content, weil sie ihn auf Anhieb begreifen können, ohne ihn erst lesen zu müssen. Bilder sprechen uns deshalb auch schneller auf einer emotionalen Ebene an, weil sie direkt unser Kopfkino triggern und uns in die Geschichte hineinziehen. Infolge entsteht eine Bindung, die früher enger ist, als wir sie durch geschriebene Inhalte aufbauen können.”

Neben der Emotionalisierung und der schnellen Informationsübermittlung spricht Robert Weller in seinem Artikel über erfolgreiches Marketing durch Visual Content außerdem noch weitere wichtige Vorteile von Visual Content an. So steigt die Interaktionsrate bei Bildern, Videos und Co. deutlich an und beeinflusst im gleichen Zug die Conversion-Steigerung positiv. Die visuellen Inhalte können in verschiedenster Weise dargestellt werden. Generell eignen sich Bilder, Videos, Bewegtbilder, Memes, Infografiken und Co. um den Content zu visualisieren. Auf Facebook bieten sich Fotoalben an, solltet ihr mehrere Fotos verwerten wollen. Darüber hinaus bietet Facebook für Werbezwecke die Möglichkeit eine Canvas Ad zu schalten. Mit Canvas ist es möglich Bilder, Videos und Texte in eine Ad zu packen und diese so interaktiv wie möglich zu gestalten. Auf Instagram könnt ihr den Feed durch mehrere Posts so gestalten, dass es zu einem einheitlichen Bild wird, ein so genanntes Instagram-Mosaik. Es wird jedoch darüber gestritten ob das wirklich so gut für die Reichweite ist, da die Reichweite bekanntlich nicht im Profil, sondern im Feed liegt. Trotzdem gibt es dem Profil ein einheitliches Erscheinungsbild. Instagram bietet ebenfalls die Möglichkeit durch Boomerangs und Kurzvideos kreativ zu werden. Ganz offensichtlich lassen sich Instagram Stories auch gut nutzen, um Geschichten zu erzählen. Bei all den gebotenen Möglichkeiten ist es immer wichtig die Inhalte gekonnt zu visualisieren.

Wenn es um futuristische Trends in der Visualisierung von Content geht sind immersive Medien das Thema, das jeder kennen sollte. Mittlerweile ist Augmented und Virtual Reality für jeden ein Begriff und es ist das perfekte Medium um Storytelling zu betreiben. Selten konnte man die Leute so tief in eine Markenwelt eintauchen lassen wie mit den immersiven Medien.

 

#1 Trend: Immersives Storytelling

Dass Augmented Reality und Virtual Reality zum Storytelling geeignet sind ist nichts Neues. Sie bieten die Möglichkeit in eine andere Realität einzutauchen. Wenn wir so tief in eine inszenierte Welt eintauchen, dass wir die künstlich inszenierte Umwelt als real wahrnehmen ist eine Immersion entstanden. Inhalte werden intensiver wahrgenommen und wir prägen uns das mit VR und AR Erlebte besser ein. VR und AR sind daher wertvolle Werkzeuge um die Botschaften der Unternehmen noch besser zu kommunizieren. Bereits 2014 zeigte Pepsi mit einem Werbegag, was mit immersivem Storytelling alles möglich ist. An einer Londoner Bushaltestelle tauschten sie die Glaswand durch ein Display aus, das ein Livebild des Bürgersteigs übertrug und für Wartende unfassbare Ereignisse zeigte. So saßen Passanten an der Bushaltestelle während neben ihnen ein Meteorit einschlug oder Tentakel eines Riesenkraken aus dem Gullideckel kamen. Fun Fact: Es sollte der einzigartige, unfassbare Geschmack der neuen Pepsi Max visualisiert werden. Für ganz Mutige lohnt es sich also, das Werbebudget aufzustocken und die Zielgruppe mit Hilfe von AR-Apps und VR-Brillen in neue Welten zu entführen.

Für alle anderen, denen das alles noch zu futuristisch ist birgt das Social Storytelling viele Möglichkeiten die Kunden in den Bann zu ziehen und mit einer emotionalen Explosion zu fangen.

(More to come)

 

 

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