Social Media Trends 2019 – 11 Fragen und Antworten

Social Media Trends 2019 – 11 Fragen und Antworten

Lea Manthey
29 Januar 2019

In unserem Webinar “Social Media Trends 2019: Warum Social Media von gestern morgen nicht mehr funktioniert” haben wir gemeinsam mit Fionn Kientzler, Managing Director von Suxeedo, gezeigt, wie sich die Social-Media-Landschaft im letzten Jahr verändert hat und worauf sich Profis in der digitalen Kommunikation 2019 einstellen müssen. Natürlich hattet ihr zu diesem Thema wahnsinnig viele Fragen – die Top 11 möchten wir euch in diesem Beitrag noch einmal ausführlich beantworten. Das komplette Webinar mit Analysen und anschaulichen Praxis-Beispielen könnt ihr euch natürlich auch on-demand anschauen.

 

Welche Plattformen sollte mein Unternehmen wie bespielen?

1. Wie wähle ich die richtige(n) Plattform(en) für mein Unternehmen aus?

Fionn: Denkt aus Perspektive der Zielgruppe und der Unternehmenszielsetzung. Facebook ist tendenziell besser für den B2C Kontext geeignet aber kann sich zum Beispiel zum Zweck der Talentakquise auch gut für B2B Unternehmen eignen. Verfolgt bei der Auswahl der Kanäle die Maxime: Lieber weniger und dafür richtig.

2. Für wen sind Twitter, Facebook, Instagram und LinkedIn relevant? Welche Plattform zahlt auf welche Ziele ein?

Fionn: Twitter eignet sich gut für den Kundenservice oder um einen Beitrag zu aktuellen fachlichen oder gesellschaftlichen Entwicklungen zu leisten und damit Aufmerksamkeit zu bekommen. Insgesamt ist es ein Kanal, der mit wenigen Ausnahmen für Unternehmen eher eine zweitrangige Rolle spielt. Für Multiplikatoren in Unternehmen hingegen ist es nach wie vor ein wichtiger Kanal.

Facebook verliert vor allem in Europa stark an Relevanz ist aber nach wie vor ebenfalls ein wichtiger Kanal. Dabei muss man stark zwischen Facebook Advertising und dem Aufbau organischer Social-Reichweite unterscheiden. Letzteres ist vor allem dann möglich wenn der Auftritt persönlich, interaktiv und unterhaltsam gestaltet werden kann und dies den Unternehmenszielen dient. Sollte das nicht möglich sein, macht es vielleicht eher Sinn sich auf Facebook Advertising zu beschränken oder mit Facebook Influencern zu arbeiten, statt sich auf den Aufbau des eigenen Kanals zu konzentrieren.

Instagram ist bei weitem der Kanal mit der höchsten Beliebtheit bei Nutzern. Durch immer mehr Shopping und Verlinkungsmöglichkeiten (beispielsweise aus den Stories heraus), ist er mittlerweile auch ein nicht zu unterschätzender Traffic-Kanal. Der Fokus liegt klar auf visuell ansprechenden Produkten und Dienstleistungen.

Linkedin ist besonders im B2B und Recruiting Kontext zu empfehlen. Viel zu häufig wird dieser Kanal unterschätzt. Gerade die Einbindung von Mitarbeitern als Multiplikatoren kann sehr effektiv sein. Zahlreiche Werbemöglichkeiten, etwa mit Whitepapern, ermöglichen eine inhaltlich-niveauvolle Ansprache der Zielgruppe.

Messenger im Marketing-Mix

3. Werden Messenger wie WhatsApp wichtiger Bestandteil in meinem Marketing-Mix?

Fionn: Absolut. Messenger werden immer stärker zur reellen Alternative zur E-Mail mit höheren Öffnungs- und Interaktionsraten. 

Lea: Der Trend in der digitalen Kommunikation geht auf jeden Fall zum direkten Dialog. Genauso wie Chatbots werden auch Messenger immer wichtiger – vor allem in der B2C Kommunikation. Eine Herausforderung, die Social Media Marketer hier angehen müssen, ist das Tracking. Organischer Traffic via Messenger fällt häufig in die Sparte “Dark Social” was bedeutet, dass die Quelle dieses Traffics nicht so leicht zu monitoren ist.

Snackable Content – Videos, Stories, GIFs

4. Ersetzt Snackable Content 2019 den Long-Form-Content oder sollten sich beide Formate ergänzen?

Fionn: Das ist sehr Plattform abhängig. Auf Facebook und Instagram sollte man auf jeden Fall auf Snackable Content setzen. Auf LinkedIn hingegen kann man auch längere und tiefere Beiträge posten, weil dort die User ein größeres Informationsbedürfnis haben. 

5. Wie präsent muss man sein? Wie oft sollte man Inhalte posten?

Lea: Das kommt auf den Kanal, die Zielgruppe und das Format an. Twitter und Instagram sind sehr viel schnellebigere Kanäle als Facebook oder LinkedIn. Während bei Facebook und LinkedIn maximal ein Post am Tag reicht, hat es sich für viele Unternehmen bewährt Twitter und Instagram häufig zu bespielen. Je nachdem, wieviel relevanten Content man zur Verfügung hat sogar im Stundentakt.

Um long-form Content zu platzieren, kann man aber grob die 4-3-2-1 Regel anwenden. Am Publishing-Tag teilt man, über alle Kanäle hinweg, den Beitrag 4-Mal, am Folgetag 3-Mal usw.

6. Videos bzw. Stories gewinnen weiterhin an Relevanz. Wie erzeuge ich mit diesem Format Engagement und Traffic?

Fionn: Hier geht es darum, sehr schnell die Aufmerksamkeit zu erhaschen, indem man etwas macht, was heraussticht und eine Erwartung für mehr im Nutzer hervorruft, sodass entweder die Verweildauer auf dem Inhalt länger ist oder ein Klick auf eine externe Seite erfolgt. Bei Videos hilft es, Inspirationen zu schaffen oder Originalität mit Humor zu verknüpfen. Sehr subtile Ansätze haben häufig keine Chance.

Teamwork makes the dream work: Wie sieht ein gutes Social Media Team aus?

6. Welche Fähigkeiten sollte es in einem Social Media Team auf jeden Fall geben?

Fionn: Storytelling und Kreativität sind gefragt wie nie zuvor.

Lea: Dem kreativen Aspekt würde ich noch analytische Skills und natürlich ein tiefes Verständnis digitaler Trends hinzufügen – Auch Social Media Marketer müssen zumindest ihre Zahlen kennen und verstehen, im Bestfall kennen und verstehen sie aber die des ganzen Teams.

7. Aus wie vielen Personen besteht ein gutes Social Media Team?

Lea: Das kommt auf das Unternehmen und die Zielsetzung an. Für große, international aufgestellte Brands mit verschiedenen Produktsparten kann es sich lohnen, große Teams mit Experten für die unterschiedlichen Sprachen, Kanäle, Formate und Produkte aufzustellen.

Aber auch als kleines Team oder als One-Man-Show kann man viel erreichen. Hier gilt es, Synergien mit anderen Departments zu schaffen und einen guten Mix aus eigenen Inhalten und interessantem Third-Party-Content zu finden.

Social Media & Influencer Marketing für B2B

8. Wie kann eine Influencer-Marketing-Strategie für ein B2B Unternehmen aussehen?

Fionn: Influencer für B2B Unternehmen sind häufig nicht dort wo man sie erwartet. Ein Influencer muss nicht immer ein Fashion Instagramer sein sondern kann auch ein Wissenschaftler mit einem starken Sendungsbewusstsein sein. Auch eigene Mitarbeiter können Influencer sein oder werden. 

9. Welchen Content kann ich für B2B Unternehmen generieren, die auf den ersten Blick langweilig wirken (Baugewerbe, Metallverarbeitung)?

Fionn: Es ist immer spannender, über Persönlichkeiten zu sprechen als über Dienstleistungen. Portraits sind deshalb ein guter Weg, komplexe Dienstleistungen interessant darzustellen. Hier ist ein Beispiel von Siemens:

Zielsetzung und KPIs

10. Auf welche Marketing- und Unternehmensziele kann meine Social Media Strategie einzahlen?

Lea: Auch hier muss man differenzieren. Grundsätzlich ist Social Media erst einmal ein Kanal, in dem es um Reichweite und Aufmerksamkeit geht – der sich also im oberen Bereich des Marketing-Funnels befindet. Für B2C-Unternehmen, gerade in den Bereichen Fashion, FMCG oder Consumer Electronics sind Direktabsätze über Facebook, Instagram und Co. ein wichtige Säule. Hier lässt sich vor allem mit Retargeting-Maßnahmen der komplette Funnel bedienen. Im B2B-Bereich geht es ebenfalls um Reichweite und Brand Awareness sowie um Benchmarking im Vergleich zum Wettbewerb – die sogenannte Share of Voice Metrik – und Sentiment-Analysen. Im Zentrum steht die Frage, für welche Themen sich die jeweilige Zielgruppe interessiert, was und wie über die eigene Marke gesprochen wird und wie sich Branchentrends entwickeln. 

Selbstverständlich kann man Social Media auch erfolgreich für Demand Generation nutzen – solange man weniger auf klassische Produktwerbung und vielmehr auf gute Inhalte, die einen echten Mehrwert bieten, setzt. Diese können sowohl vom Unternehmen selbst, als auch über die Mitarbeiter in einem Social Selling Programm gestreut werden.

11. Anhand welcher KPIs lässt sich der Erfolg meiner Social Media Strategie feststellen?

Fionn:

… In dieser Reihenfolge. 

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