Social Influencer Report: Meinungsmacher erzählen, was wirklich passiert, wenn Instagram down ist

Social Influencer Report: Meinungsmacher erzählen, was wirklich passiert, wenn Instagram down ist

Saskia Grote
2 April 2019

Instagram hat sich mittlerweile zum Liebling unter den Social Media Plattformen entwickelt. Mit mehr als einer Milliarde monatlicher aktiver Nutzer, 2 Millionen Werbetreibenden und 500.000 aktiven Social Influencern war die Foto- und Video-Sharing-App auch die erste Wahl in Sachen Influencer Marketing.

Instagram ist ohne Frage ein Favorit unter den Social Influencern. Frühere Untersuchungen im Rahmen der Studie “The Global Power of Influencers” haben ergeben, dass 60% der Influencer Instagram als die effektivste Plattform für das höchste Engagement mit ihrer Zielgruppe ausgewählt haben. Darüber hinaus sahen über 50% der Meinungsmacher Instagram als beste Plattform für die Veröffentlichung von gebrandetem Content.

Auch bei den Konsumenten ist Instagram beliebt. Im Durchschnitt verbringen sie 53 Minuten pro Tag allein mit der App. Kann man es ihnen verübeln? Hand auf’s Herz: Wer hat sich noch nicht in den vielen Funktionen wie Instagram Shopping, Stories, Hashtags oder Karussells mit unendlich viel Content verloren?

Interessanterweise waren all diese positiven Gefühle wie weggefegt, als sowohl Instagram als auch Facebook und WhatsApp am 13. März 2019 für mehr als 20 Stunden von der Bildfläche verschwanden. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben herausgefunden, wie es den Social Influencern, die von ihrer gut verpackten Werbung auf diesen Plattformen auch finanziell abhängig sind, während dieser Zeit ergangen ist.

Eine improvisierte, abrupte Entgiftung oder verschwendetes Geld?

Für die meisten User war der Ausfall von Instagram nur eine nervige Unannehmlichkeit. Sie konnten vorübergehend nicht mehr mit ihren Followern interagieren und konnten keinen Content mehr durchscrollen – nur ein üblicher Zeitvertreib. Für andere jedoch bedeutete der Ausfall von Instagram einen legitimen Arbeitsstopp. Durch die kurzzeitig gestoppte Möglichkeit sich anzumelden, konnten geplante gesponserte Inhalte nicht veröffentlicht werden. Die Inhalte, die hingegen am selben Tag zuvor noch live geschaltet wurden, erzielten in der Zwischenzeit eine erbärmliche Anzahl an Impressionen und Engagement-Aktionen, da die Plattform-User nicht in der Lage waren, Posts zu sehen oder mit diesen zu interagieren.

Doch nicht alles an dem Ausfall ist negativ. Positiv zu vermerken ist, dass die Downtime sowohl bei den Nutzen als auch bei den Schöpfern viele tiefergehende Gedanken angestoßen hat. Einige sahen die Fehlfunktion als eine Gelegenheit, für eine spontane Social-Media-Entgiftung. Andere nutzten die Zeit, um wiederum wichtige darüber Fragen aufzuwerfen, wie viel Influencer und Marken im Vergleich zu anderen großen Social Media Plattformen oder Owned Media (Blogs oder Podcasts) in Instagram investieren.

Eine Influencerin, Robyn Poppy, war von dem Ausfall betroffen. Sie überdachte daraufhin ihre Instagram-Nutzung und fragte sich, wie stark Influencer wirklich von dem sozialen Netzwerk abhängig sind:

„Ich denke, wir verlassen uns zu stark auf Social Media und speziell auf Instagram. Das wurde durch den kürzlichen Ausfall von Instagram und Facebook bewiesen. Jeder ist in eine Schockstarre verfallen. Ich denke, das zeigt nur, dass wir als Influencer anfangen müssen, mehr Zeit in andere Plattformen und Wege zu investieren – beispielsweise Blogs, YouTube, freiberufliches Schreiben / Fotografie usw. Ich habe auch bemerkt, dass viele Leute die erzwungene Pause genossen haben. Wir sind alle zu sehr mit Instagram beschäftigt. Das Netzwerk ist ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden, und noch mehr für diejenigen, die sich beruflich darauf verlassen. Aber letztendlich ist es unzuverlässig, und wir müssen aufhören, uns so sehr darauf zu verlassen.“

Eine andere Social Influencerin, Toshiko Shek, hatte sponsored Posts geplant, die während des Ausfalls live gehen sollten, und sah ihren Content-Kalender aus dem Gleichgewicht geraten:

„Ich war definitiv frustriert über den Ausfall gestern, weil ich einen Post über eine gesponserte Zusammenarbeit geplant hatte. Als ich versuchte, um 10:00 Uhr zu posten, war das nicht möglich und so hoffte ich, dass Instagram die Probleme bis spätestens 17:00 Uhr behoben haben würde, da meine Posts zwischen 9 und 10 Uhr und 17 und 18 Uhr normalerweise die beste Leistung erzielen. Meine Woche ist normalerweise durchgeplant. Wenn es also Störungen gibt, ändert sich alles. “

Content-Erstellerin Victoria Van Ness hatte ebenfalls gesponserten Inhalt auf Instagram geplant, der während der Störung veröffentlicht werden sollte. Sie genoss die kurze Zwangspause, beklagte sich jedoch darüber, dass das fragliche Sponsoring verzögert wurde:

„Es ist wirklich verrückt, zu sehen, welche Auswirkungen der Absturz eines sozialen Netzwerks hat. Ich glaube, wir sind alle einen Schritt zurückgegangen und wurden dann von der Realität übermannt: Wir haben einen Tag frei. Und was machen wir jetzt? Es wird erwartet, dass man als Influencer fast alle Stunden des Tages online ist und diesen Druck nicht mehr zu spüren fühlte sich… merkwürdig an. Das war sowohl gut als auch schlecht. Es ist schön, mal einen Schritt zurückzutreten und einfach die Verbindung zu trennen. Andererseits hatte ich eine Partnerschaft mit einer Marke, für die am Tag des Crashs Content live gehen sollte, aber ich konnte sie nicht posten. Aus Collaborations sichere ich mir meinen Lebensunterhalt. Es war also beängstigend, diese Option einen Tag lang nicht wahrnehmen zu können. Seitdem Instagram wieder funktioniert, arbeite ich (zusammen mit vielen anderen Social Influencern) hart daran, das Engagement der Zielgruppe von Partnern wieder aufzubauen und meine Collaborations fortzusetzen!“

Lauren McGrath, Vice President of Studio and Strategy bei ACTIVATE, fasst zusammen, wie wichtig es ist, Inhalte zu diversifizieren und dass Influencer gut damit beraten sind, ein ausgewogenes Verhältnis verschiedener Inhalte zu finden, um die von ihnen aufgebauten Marken zu schützen.

„Das kürzliche Ereignis ist eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, sich auf verschiedenen Kanälen einen Namen zu machen und Einfluss zu nehmen. Wenn Instagram morgen verschwinden würde, wie es auch effektiv der Fall war, würde dies das Ende für eine ganze Reihe von Influencern bedeuten, die ihre Personal Brand auf der Existenz dieser einen einzigen Plattform aufgebaut und monetarisiert haben.“

Dementsprechend scheinen Influencer zwei Möglichkeiten zu haben, ihre Inhalte zu erstellen und zu verbreiten. Einerseits könnten sie vorsichtig sein und ihre Aktivitäten über zahlreiche digitale Kanäle verteilen und ihre Arbeit somit absichern. Das wäre eine sichere Variante, die jedoch mehr Aufwand erfordert, um die Qualität ihrer Inhalte auf zahlreichen Plattformen zu erhalten. Die andere Version beruft sich auf die derzeit bereits bewährte Strategie – nur eben am besten mit doppelt so viel Aufwand. Immerhin handelt es sich bei Instagram um einen nachweislich gewinnbringenden Channel. Influencer müssen dann jedoch starke Einbußen in Kauf nehmen, sollte es vermehrt zu Ausfällen von Instagram kommen.

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