OutsideInsight – Ein Blick auf die andere Seite des Influencermarketings

OutsideInsight – Ein Blick auf die andere Seite des Influencermarketings

Jalda Otto
26 April 2017

Wir als Marketer bekommen eigentlich immer nur die eine Seite der Medaille mit. Selten bekommen wir Einblicke von Leuten auf der anderen Seite des Marketings. Um das Gegenüber besser nachzuvollziehen, wollen wir uns mit allen Seiten des Marketings auseinandersetzen.

Microinfluencer werden immer bekannter und wichtiger, sodass jeder Marketer geübt im Umgang mit ihnen sein sollte. Um beim ersten Kontakt mit einem Microinfluencer nicht direkt ins Fettnäpfchen zu treten, haben wir uns mit der Mamabloggerin @frauheute unterhalten. Mit Ihren 17k Follower gehört sie zu der Gruppe der Microinfluencer. Ihr erstes Bild hat sie vor über 212 Wochen (also im Frühjahr 2013) veröffentlicht und mittlerweile hat frauheute über 900 weitere Beiträge auf Instagram geposted. Auch ihren Blog betreibt sie bereits seit November 2015 erfolgreich, mit einer durchschnittlichen Leserzahl von 1500.

MicroinfluencerFrauHeute

  • War es eine bewusste Entscheidung Influencer zu werden?

Nein, das kam mit der steigenden Zahl an Followern. Wenn man sich sowas vornimmt, dann klappt es meistens nicht. In einem so überfüllten Markt wie dem der Influencer muss man eine Nische perfekt präsentieren, um erfolgreich zu sein. Mittlerweile gibt es viele Accounts, die wunderschöne Bilder haben, aber trotzdem kaum Ihre Reichweite steigern können.

  • Ab wie vielen Followern haben sich die ersten Werbepartner gemeldet?

So ab 8000 Followern haben sich die ersten kleineren Werbepartner gemeldet. Ab 10.000-15.000 Followern kamen dann auch die ersten großen Firmen und Influencer Agenturen auf mich zu.

  • Wie möchtest Du am liebsten von Firmen angesprochen werden?

Personalisiert. Meistens werden Blogger direkt geduzt. Wenn ich aber bei einem Werbepartner merke, dass er sich nicht mit mir und meinem Blog bzw Instagram Account auseinandergesetzt hat, dann kommt eine Zusammenarbeit sowieso nicht in Frage. Außerdem haben die meisten Firmen die Influencer Suche und das Influencer Marketing outgesourced. Die Firmen sprechen also nicht mehr selber die Influencer an, sondern bezahlen dafür Agenturen.

  • Was ist für Dich ausschlaggebend um Dich dazu zu entscheiden für ein Produkt Werbung zu machen?

Grundsätzlich gilt: Ich mache nur Werbung für Produkte von denen ich überzeugt bin. Wenn ich ein Produkt  teste und es mich nicht überzeugt, dann empfehle ich es auch nicht meinen Followern weiter.

  • Was würde die Arbeit mit Firmen für Dich als Influencer einfacher machen?

Möglichst freie Handhabe bei den Blogartikeln. Aber wenn mir eine Firma nicht sympathisch ist und ich das Gefühl habe nicht dazu zu passen, dann arbeite ich auch nicht mit Ihnen zusammen. Als Influencer werden mir unzählige Produkte zugeschickt und dementsprechend bewerbe ich auch nur die Dinge von denen ich auch wirklich überzeugt bin. Da bringt es auch nichts, mich mit mehr Produkten zu überreden oder mir zeitlichen Druck zu machen.

  • Wie wichtig ist Dir die Bezahlung?

Die Bezahlung ist natürlich wichtig. Immerhin steckt man viel Zeit in die Pflege der Social Media Accounts. Allerdings ist sie nicht ausschlaggebend für eine Zusammenarbeit. Von großen Firmen erwartet man eigentlich schon eine Bezahlung, vor allem wenn die Zusammenarbeit über eine Agentur geregelt wird. Aber ich mach auch Werbung für kleinere Marken, von denen ich keine Bezahlung, zumindest in Form von Geld, bekomme.

  • Welche Art der Bezahlung ist Dir am liebsten? (Gutscheine für die Follower, Geschenke zum weiterverschenken, Geld…)

Geld. Zur Bezahlung kann ich auch noch sagen, dass ich immer kennzeichne, ob ich für den Post bezahlt wurde oder nicht. Man kann sich dran halten, dass der #Werbung dafür steht, dass ich Geld als Bezahlung bekommen habe, wohingegen der #prsample dafür steht, dass ich ein Produkt geschenkt bekommen habe. 

  • Welche No-Gos gibt es bei der Zusammenarbeit mit Influencern?

Keine personalisierte Ansprache oder wenn der Kunde zeitlichen Druck erzeugt. Natürlich ist es auch als Influencer wichtig Deadlines einzuhalten. Aber Werbepartnern, die mir nur deren Produkte zuschicken, können nicht erwarten, dass ich sofort zu allem blogge. Es ist ja auch manchmal der Fall, dass ich mit einem Produkt nicht zufrieden bin. Dann ist es auch für die Werbepartner von Vorteil, wenn ich nichts darüber berichte. 

  • Was ist Deine Meinung zu den immer beliebter werdenden Blogger Events und wie können wir uns diese vorstellen?

Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von Blogger Events, wobei ich auch einfach als zweifache berufstätige Mutter keine Zeit dazu habe. Aber ich war zum Beispiel mal auf einem Bloggerevent auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. Bei so einem Bloggerevent geht es vor allem darum neue Influencer zu finden und die Beziehung zu den bestehenden Influencer Kontakten auszubauen. Daher wird einem als Influencer bei so einem Event auch alles bezahlt. Von der Anreise über das Essen, Trinken und natürlich gibt es auch Werbeprodukte. Aber es gibt auch Blogger Events, die von Bloggern organisiert werden. Dabei geht es primär um Networking zwischen den Bloggern.

Wenn Sie sich rund um das Thema Influencermarketing informieren wollen, dann finden Sie auch viele weitere Tipps in unserem Blog. Außerdem kann Ihnen bei der Suche nach den passenden Influencern, sowie bei der Zusammenarbeit mit diesen unser Influencer Managment Tool behilflich sein.