Recruitment Trends 2020

Recruitment Trends 2020

Jenny Teschke
12 November 2019

Recruiting und HR verändern sich ständig, aber mit dem Einläuten der neuen Dekade schwingt Veränderung aus jeder Himmelsrichtung mit. Viele Unternehmen versuchen ihre Prozesse und Strukturen den neuen Trends anzupassen, in dem sie recherchieren was das Zeug hält. Wer nicht auf das vom Weihnachtsmann mitgebrachte Handbook warten möchte, kann sich im Folgenden schon einmal mit unseren Top 10 Trends befassen.

Viel Spaß beim Lesen!

Vorhang auf für einen absoluten Arbeitnehmermarkt

Unsere Art und Weise zu recruiten hat sich massiv verändert – sollte sie zumindest. Statistiken besagen, dass besonders gute Kandidaten in gerade einmal 10 Tagen wieder vom Arbeitsmarkt verschwunden sind und sich ein Arbeitgeber glücklich schätzen darf. Die Konkurrenz unter den Arbeitgebern ist groß, die Auswahl schwer, aber eins ist sicher: BewerberInnen haben deutlich mehr an Verhandlungsmacht dazu gewonnen.

Die richtigen Talente zu finden ist schwer geworden, kostet viel Geld und nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Es ist demnach keine Überraschung, dass wir den Kandidaten in den absoluten Fokus stellen müssen. Recruitment ist nicht mehr vorherrschend die Auswahl von Kandidaten durch den Arbeitgeber sondern anders herum. Die Recruiting Trends spiegeln diese Veränderung wider und es dreht sich alles darum, den Bewerbungsprozess und die Candidate Experience bequem, user-freundlich und wertschätzend zu gestalten. Wer auch in der kommenden Dekade tolle Talente finden möchte, sollte einige wenn nicht alle davon aufgreifen und sein Gesamtpaket möglichst attraktiv für die Kandidaten gestalten.

Mobile first

Wie viele von uns haben heute noch einen Laptop zuhause?! Bei der Frage nach einem Smartphone würde jedoch beinahe jede und jeder die Hand heben. Viele der Talente suchen heute ihre Jobs online via Smartphone, der Jobanzeiger quasi für die Tasche. Die Suche über das Smartphone gestaltet sich jedoch nicht immer leicht. Nur wenige Karriereseiten sind mobil-optimiert. Bewerbungsformulare sind lang, kompliziert und erfordern eine ganze Hand voll Dokumente. Klar, die hat doch jeder immer auf dem Handy zwischengespeichert … 🙂 Eine Mobile-First-Strategie ist noch lange nicht überall angekommen. Der Preis dafür kann hoch sein, weil viele hochgradig talentierte Kandidaten sich möglicherweise abwenden und eine Bewerbung nicht in Erwägung ziehen.

Recruitment Marketing

Recruitment und Marketing liegen nicht mehr weit auseinander – dann führen wir sie doch einfach zusammen. Marketing Strategien, die seit langem bekannt sind finden sehr ähnlich ihre Anwendung im Recruitment oder besser gesagt im Talent Acquisition Management. Denn dieses setzt sich aus de Recruitment Marketing und den Recruitment Strategien zusammen. Schauen wir uns den, aus dem Marketing bekannten Funnel an: dieser startet mit der Awareness Phase und endet mit der erfolgreichen Einstellung. Das Konzentrieren auf die Recruitment Marketing relevanten Stationen (Awareness, Consideration und Interest) durch den Einsatz von Marketing Taktiken wird es einem Unternehmen ermöglichen, das Talent für die Bewerbung zu animieren und am Ende sogar einzustellen.

Recruitment Funnel

Employer Branding – ist und bleibt ein Schlüssel zu erfolgreichem Recruitment

Die Wichtigkeit des Employer Brandings nimmt nicht ab. Gemäß einer LinkedIn Studie betreiben mehr als 75% der Jobsuchenden eine fundierte Recherche bevor sie sich bewerben. Im Vordergrund steht hier der Ruf des Unternehmens, die Arbeitskultur und die Arbeitgebermarke, die nach außen präsentiert wird. Es empfiehlt sich daher, eine genaue Strategie zu erarbeiten und nach innen sowie außen zu tragen, um zu beschreiben wie das Arbeiten im jeweiligen Unternehmen ist. Eine schlechte Employer Brand hat übrigens nicht nur Einfluss auf zukünftige Talente, sondern erschwert auch die langfristige Bindung an ein Unternehmen. Demnach zahlen hier Aspekte wie Internetauftritt, Social Media Präsenz, Videointerviews aber auch Benefits oder Vorgesetztenverhalten auf das Employer Branding Konto ein.

Talent Pool – aber Achtung: GDPR

Was ist ein Talent Pool?

Ein Talent Pool beschreibt eine Datenbank in der Recruiter oder HR Manager ihre Top Kandidaten verwalten. So kann in der Personalabteilung ein spannender Bewerber für die Zukunft gespeichert werden oder jemand, der gut zum Unternehmen aber nicht auf die aktuelle Stelle passt. Ein späteres Kontaktieren bei einer neuen, besser passenden Vakanz wird damit einfacher. Aber Achtung: seit der Einführung der DSGVO ist das Speichern von personenbezogenen Daten nicht mehr ohne weiteres möglich. Bitte daher die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes beachten.

Social Recruiting

Social Recruiting beschreibt das benutzen von Social Media Kanälen in der Talentakquise. Recruiter sind durchaus sowohl auf privaten als auch professionellen Netzwerken aktiv. Hierzu zählen Xing, Facebook, Twitter, LinkedIn und auch immer verstärkter Instagram. Die Social Media Aktivität stellt einen Teil der Employer Brand da, da versucht wird Talente in den Netzwerken zu finden, auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und zur Bewerbung aufzufordern.

Viele Unternehmen verwechseln Social Recruiting jedoch mit dem reinen Posten von Stellenanzeigen. Es ist ratsam, deutlich darüber hinaus zu gehen und sich als Thought Leader in Expertenthemen zu platzieren. Aber auch das aktive Interagieren mit potentiellen Bewerbern ist möglich. Für uns und sicher viele andere Unternehmen ist das Social Recruiting der Top 2020 Recruitment Trend.

Spannend kann zu diesem Thema auch ein Employee Advocacy Programm sein, in dem die Kollegen aktiv verschiedene karriere- aber auch firmen- oder marktrelevante Inhalte teilen. Arbeitet die Personalabteilung hier mit der gesamten Belegschaft zusammen, ist es deutlich einfacher viele spannende Talente auf das Unternehmen aufmerksam zu machen.

Recruitment Automation Tools

Was sind Recruitment Automation Tools?

Wie der Name sagt, helfen diese Tools dabei, die Recruiting Prozesse an verschiedenen Stellen zu automatisieren. Warum taucht dieses Thema in den Recruitment Trends 2020, fragt ihr euch? Klar, diese Tools sind nicht neu, wir kennen HRIS oder Applicant Tracking Systems und Recruitment Marketing Softwares bereits seit geraumer Zeit. Was jedoch immer mehr im Kommen ist sind 2 in 1 Solutions, also eine Kombination aus zum Beispiel ATS und RMS in einer Plattform. Der Vorteil ist hier, dass mit nur einem Tool, neue Talente gefunden und auf das Unternehmen aufmerksam gemacht werden können, mit ihnen interagiert werden kann, die Beziehung immer weiter gefestigt wird und es schlussendlich zur Einstellung kommen kann. Prozesse sind schneller und effizienter. Ohne Automation Tools im Recruitment zu arbeiten könnte schon bald das Risiko mit sich bringen, aufgrund der Langsamkeit die besten Talente an den Wettbewerb zu verlieren. Kein Wunder das diese Tools zu Recruiters Lieblingen geworden sind.

Wie seid ihr hier bereits aufgestellt? Welche Tools nutzt ihr? 

Employee Referrals

Mitarbeiterempfehlungen sind aus einer erfolgreichen Recruiting Strategie nicht mehr wegzudenken. Zufriedene Mitarbeiter empfehlen den und schwärmen vom Arbeitgeber. Das spornt Freunde, Bekannte und ehemalige Kollegen doch an, sich auch zu bewerben. Schließlich sucht jeder nach einer Arbeitsstelle, die einem individuelle Erfüllung gibt. Die bereits vorher besprochene Employer Brand kann hier ebenfalls unterstützen, Mitarbeiter zur Weiterempfehlung anzuspornen. Das sollte vom Arbeitgeber dringend wertgeschätzt und belohnt werden – Prämien, Abendessen oder Boni bieten sich hier an.

Auf passiv Suchende fokussieren – Talent Sourcing

Circa 75% der arbeitenden Bevölkerung ist lediglich passiv auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Der aktuelle Job ist eigentlich ganz ok – aber eben nur eigentlich. Das ist eine gute Chance, wenn proaktiv auf diese Talente zugegangen wird. Die Strategie des Active Talent Sourcing ist zu einem absoluten Must-Do jedes Recruiters geworden. Es sollte also hierfür Kapazität eingeräumt werden. Es gibt sogar Unternehmen, die Sourcer in Vollzeit beschäftigen – sollte man diesen Wettbewerbsvorsprung einfach so akzeptieren?

Strukturierte Interviews

Es gibt viele verschiedene Formen von Interviews, die täglich in Vorstellungsgesprächen Anwendung finden. Eine Form setzt sich immer stärker bei den meisten Arbeitgebern durch: das strukturierte Interview. Warum?

Die folgenden Punkte sind nur einige Vorteile dieser Interviewform:

  • Effizienz
  • Objektivität
  • Fairness

Nachteilig ist natürlich, dass das Gespräch recht steif und unflexibel erscheint – aber auch hier lässt sich sicher eine entsprechende Lösung finden, um trotzdem ein sympathisches und persönliches Umfeld zu schaffen.

Strategisches Alignment

Recruiting ist längst nicht mehr ein staubiger Bestandteil der HR Arbeit sondern gehört mit zu den strategisch wichtigsten Elementen eines Unternehmens, um den zukünftigen Erfolg des Geschäfts weiter voranzutreiben. Daher sollten Einstellungszahlen im Einklang mit den Business Zielen stehen. Recruiting ist sicher einer der größten Wachstumsmotoren eines Unternehmens – wenn nicht sogar der größte.

Aber was heißt das genau?

Die Strategieaufsetzung muss damit beginnen, den Bedarf und die Gesamtziele des Unternehmens zu verstehen, fehlende Skills in den Teams zu identifizieren, Promotions und mögliche interne und externe Abgänge zu kalkulieren. Darauf basierend ergibt sich ein Einstellungsbedarf insgesamt auf verschiedenen Positionen. Und schon kann es losgehen mit der Talentsuche.

Foto Social Media Monitoring auf Laptop

Hat euch der Artikel gefallen? Es gilt natürlich noch zu sagen, dass wir keinen Anspruch der Vollständigkeit erheben – dann würdet ihr nämlich im neuen Jahr noch lesen – sondern wir haben uns auf Trends beschränkt, die eine große Wichtigkeit einnehmen und uns Spaß machen. In diesem Sinne freuen wir uns auf ein erfolgreiches neues Jahr 2020 mit vielen spannenden und inspirierenden BewerberInnen! Lust, einer davon zu sein? Hier geht es zu unseren Stellenanzeigen!

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