Recruiting & Employer Branding Trends 2019

Recruiting & Employer Branding Trends 2019

Jenny Teschke
13 Dezember 2018

Das neue Jahr steht vor der Tür und viele Abteilungen in Unternehmen sind momentan damit beschäftigt, ihre Strategie und Entwicklungsschritte für 2019 zu planen. Dabei ist es wichtig, sich über die neuesten Änderungen und Erkenntnisse zu informieren und diese, wenn für das eigene Business sinnvoll, in die Strategie einzubauen.

Auch im Recruiting und Employer Branding gibt es für das Jahr 2019 einige neue Trends, die vor allem auf den stark umkämpften Bewerbermarkt und die Digitalisierung zurückzuführen sind.

Wir haben für euch eine Liste der für uns wichtigsten Trends im Recruiting und Employer Branding zusammengestellt, die gleichermaßen für Bewerber aber auch für HR Kollegen hinsichtlich dessen interessant sind, was von einem Arbeitgeber erwartet werden darf und was umgesetzt werden muss, um weiterhin großartige Talente zu gewinnen.  

Erschaffe eine Candidate Experience abgestimmt auf die Bedürfnisse von Millennials

Um die Candidate Experience besser nachzuvollziehen ist es sinnvoll zunächst eine Candidate Journey Map zu erstellen. Diese hilft, den Bewerbungsprozess aus Bewerbersicht und alle Touchpoints mit dem Unternehmen besser nachzuvollziehen. So lassen sich neue Potenziale aber auch Schwachstellen im Recruitingablauf ermitteln. Die Vorteile einer positiven Candidate Experience liegen klar auf der Hand und wurden von Kelly Services, einem amerikanischen Personaldienstleister, in vier großen Punkten zusammengefasst. Wer clever ist, kann daraus im Umkehrschluss auch ableiten, dass eine negative Candidate Experience nicht nur einen!!! Bewerber vergrault.

Vor allem durch die Digitalisierung und den Wandel der Generationen wird es immer schwieriger als Personaler, die Bedürfnisse der jüngeren Generationen zu verstehen. Den Millennials sind bei der Suche nach einem Arbeitgeber ganz andere Dinge wichtig, als den vorhergehenden Generationen. Themen wie New Work, Flexibilität, kontinuierliches Lernen, Selbstbestimmheit, Mentorship, eine wertschätzende Arbeitskultur, Sinnhaftigkeit der Tätigkeit aber auch ein bewerbernaher Recruiter sind immer wieder zentrale Themen. Liebe Personaler, Recherche diesbezüglich ist super aber es darf zum Beispiel im Interview gefragt werden. Wir als Unternehmen können von den Antworten lernen und der Bewerber fühlt sich ernst genommen und wertgeschätzt – damit steigt auch die Candidate Experience Punkteliste. 😉 

Für Bewerber gilt: Äußere offen Deine Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen während des Bewerbungsprozesses, um herauszufinden, ob Du und das Unternehmen matched. 

DON’T: Eintönige Employer Branding Strategie

Employer Branding ist schon lange kein neuer Trend mehr. In den letzten Jahren hat fast jedes Großunternehmen eine Strategie dazu eingeführt. Allerdings haben die meisten Unternehmen dabei nicht viel Kreativität bei den neuen Ideen bewiesen. So fällt auf, dass fast alle Unternehmen ähnliche Begriffe und Adjektive in ihrer Kommunikation mit Bewerbern verwenden. Deutsche Arbeitgeber sind alle „führend“, ihre Produkte „erfolgreich“, die Visionen „klar“ und „eindeutig“. #boring Erwarten wir bei den Anschreiben unserer Bewerber nicht auch mehr als „Ich bin engagiert, motiviert und flexibel.“

Doch wie kann man es besser machen? Man muss versuchen, aus dem Einheitsbrei herauszustechen, um an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Dabei ist es zum Beispiel hilfreich, individuelle Erfolgsgeschichten von Kollegen oder Interviews mit Newbies zu veröffentlichen. So kann man potenziellen Bewerber mit Hilfe von Storytelling einen detaillierten und persönlichen Einblick in das Unternehmen geben.

Auch das Hochschulmarketing, ist eine Möglichkeit, für ein erfolgreiches Employer Branding. Hierbei bauen Unternehmen schon früh eine Beziehung zu Studenten auf, indem sie beispielsweise Workshops an Universitäten anbieten oder aber auch Stipendien an besonders ehrgeizige Studenten verteilen. Außerdem bieten fast alle Universitäten eine meist kostenlose Stellenbörse an, auf der man als Unternehmen alle aktuellen Einstiegsmöglichkeiten sowie Praktika und Werkstudentenstellen veröffentlichen kann. 

Für Studenten gilt: Nehme solche Angebote von Unternehmen wahr! Es ist nie zu früh, einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen oder einen Mentor für wichtige Schritte im Berufsleben zu finden. 

Social Media Recruiting

Bis spätestens 2025 soll Deutschland die Vollbeschäftigung erreichen, wobei ein solches Szenario laut Experten bereits 2020 möglich wäre. Das merkt man auch auf dem Arbeitsmarkt, denn es besteht Fachkräftemangel. Heutzutage sehen über 60 Prozent der Unternehmen darin eine Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung. 2010 waren es nur 16 Prozent.

Und auch die klassischen Stellenbörsen haben mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen, denn es gibt immer mehr geschaltete Stellenanzeigen, bei einer unveränderten Zahl an Bewerbern.

Wie geht man also mit diesem Problem um? Man muss neue Wege finden, Kandidaten zu erreichen. Ein zur Zeit immer beliebter werdendes Mittel Kandidaten zu erreichen, ist Social Media. Dabei sollte man allerdings nicht nur die geschäftlichen Sozialen Medien wie beispielsweise Xing oder LinkedIn betrachten, sondern vor allem auch auf den privaten sozialen Netzwerken aktiv werden. Vor allem Instagram ist eine Plattform, auf der sich die Generation der Millennials viel aufhält. Etwas Budget für Instagram Ads einzuplanen, kann daher sehr hilfreich dabei sein, die richtigen Kandidaten auf sich aufmerksam zu machen. Wichtig ist aber auch hier, sich von der Masse abzuheben. Bunte Bilder, catchy Slogans, der Kreativität ist keine Grenze gesetzt. 

Für Bewerber gilt: Suche auch auf Facebook, Instagram und Co. nach einem Berufseinstieg. Das Folgen von bestimmten Hashtags wie beispielsweise #joinus oder #bewerbung kann dabei besonders hilfreich sein.  

Active Sourcing wird immer wichtiger 

Active Sourcing, das heißt das direkte Anschreiben von interessanten potentiellen Bewerbern auf Social Media Kanälen, nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Denn die richtig guten Talente sind meist schon vergeben und daher auch nicht mehr auf Stellenbörsen unterwegs. Proaktivität ist gefragt! Längst sind die Zeiten des Arbeitgebermarktes vorbei, in denen man sich als Unternehmen entspannt zurücklehnen kann und die Bewerbungen nur so ins Haus flattern. Interessanterweise ist ein großer Teil der Arbeitnehmer in Deutschland nicht vollständig zufrieden mit dem Job und fühlt sich nicht besonders an den jetzigen Arbeitgeber gebunden. Daher ist die Wechselbereitschaft relativ hoch! Das ist die ideale Voraussetzung um einen potenziellen Kandidaten von sich zu überzeugen. Das Problem: Immer mehr Recruiter springen auf diesen Zug auf. Dies hat leider oft generische, langweilige Standardanfragen zur Folge. Bewerber ertrinken in der Masse der Nachrichten und reagieren oft gar nicht mehr.

Setzt beim Active Sourcing daher auf eine personalisierte und individuelle Ansprache, nur so könnt ihr aus der Menge an Nachrichten herausstechen und die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Hires ist größer.

Für Bewerber gilt: Richte Dir einen professionellen LinkedIn-Account ein, um mit Unternehmen direkt in Kontakt zu sein. 

Kandidatenauswahl basierend auf dem Cultural Fit

Es ist nicht nur wichtig auf die Qualifikationen eines Kandidaten zu achten. Mindestens genauso wichtig ist der Cultural Fit. Um herauszufinden, ob ein Kandidat zur eigenen Unternehmenskultur passt, kann es helfen Arbeitnehmer-Personas zu erstellen. Dabei überlegt man sich, was die eigenen KollegenInnen ausmacht. Darauf basierend lassen sich Must-Haves sowie No-Fit-Faktoren bestimmen. Um diese Analyse zu vertiefen, kann man auch eine Umfrage innerhalb des Teams durchführen, sowie deren demografische Daten auswerten.

Für Bewerber gilt: Sei bei einem Bewerbungsgespräch locker und zeige Deine Persönlichkeit. Verstecke dich nicht hinter Deiner Schüchternheit oder gib vor, jemand zu sein, der Du nicht bist! 

Potenzial ist bei einem Bewerber wichtiger als Kompetenz 

Hire Attitude, Train Skills! Auf das Potenzial eines Bewerbers sollte man als Hiring Team schon früh einen Blick werfen. Denn das Entwicklungspotenzial eines Mitarbeiters ist langfristig gesehen weitaus wichtiger als der aktuelle Wissensstand. Außerdem bindet man durch frühzeitige und intensive Förderung die eigenen Mitarbeiter an sich. Zufriedenheit und Motivation des Teams sind enorm gesteigert wenn eine stetige Lernkurve und Weiterentwicklungsmöglichkeiten geboten werden. Die Zeiten in denen ausschließlich auf Hard Facts im CV geschaut wurde sind damit vorbei! Personalern und Hiring Managern ist es zu empfehlen, tiefer hinter die Fassade zu schauen und einen Aufwand zu betreiben, den Menschen hinter dem CV kennenzulernen. Was sind Visionen, Ziele und Träume? How far can we push it together? 

AI und Big Data im Recruiting

Künstliche Intelligenz revolutioniert die gesamte Geschäftswelt, und somit natürlich auch das Recruiting. Einer der neusten Trends sind CV-Screening-Tools. Diese treffen für Personaler eine Vorauswahl der eintreffenden Bewerbungen. Man kann diesem Tool bestimmte Eigenschaften, die ein Kandidat haben sollte, mitteilen, damit das Tool darauf basierend die nicht passenden Kandidaten herausfiltern kann. Bei Meltwater hat das Screening der eintreffenden Bewerbungen hohe Priorität, wir achten sehr auf zwischenmenschliche Faktoren und lesen zwischen den Zeilen – Familiensituation, Hobbies, Dirty Jobs, Engagement, etc. … und sehen daher von automatisierten Screening Tools ab.

Eng im Zusammenhang mit AI steht auch Big Data. Dies bezeichnet eine große Menge an Daten, deren Analyse aufschlussreiche Erkenntnisse bringen kann. So wird es auch für Personaler immer wichtiger genau zu tracken, woher die Besucher auf der Karrierewebsite kommen aber auch über welche Plattformen am meisten Bewerbungen eintreffen. Das hilft, den Wert der eigenen Arbeit zu belegen und zu optimieren.

Für Bewerber gilt: Überarbeite Deine Bewerbung nochmal hinsichtlich AI-Screening-Tools – welche Keywords könnten für die Stelle auf die Du Dich bewirbst relevant sein? 

Das sind natürlich nicht alle Trends, die uns im kommenden Jahr im Recruiting und Employer Branding erwarten und es werden bestimmt auch einige Dinge auf uns zukommen, mit denen wir bisher noch nicht rechnen. Trotzdem hoffen wir, dass euch der Artikel neugierig gemacht hat, auf das was kommen wird. In diesem Sinne freuen wir uns auf ein erfolgreiches neues Jahr mit vielen spannenden und inspirierenden BewerberInnen! Lust, einer davon zu sein? Hier geht es zu unseren Stellenanzeigen!

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