Management vs. Mentorship

Management vs. Mentorship

Jenny Teschke
16 Oktober 2019

Die Geschichte von Anführern und Hierarchien geht bis in die Urgeschichte der Menschheit zurück. Kein Wunder also, dass dieses Modell auch im Geschäftsumfeld eine Rolle spielt. Doch wie sieht Management oder Führung in modernen Unternehmen heute aus? Ist Manager gleich Führungskraft und was ist eigentlich ein Mentor?

Im ursprünglichen Sinne hat ein Manager mit Forecasts, Budgets und Planungen zu tun. Managern wurde ihr Job beigebracht, sie haben diesen erlernt. Der Job ist mehr eine Fertigkeit als eine Fähigkeit. Ihnen wird dieses allumfassende Wissen zugeschrieben, in jeder Situation das Richtige zu tun zu wissen.

Ein Manager verbringt seinen oder ihren Tag damit, Aufgaben zu delegieren, die Arbeitsergebnisse der Teammitglieder zu evaluieren, sich mit Performanceproblemen und den dazugehörigen Mitarbeitern auseinanderzusetzen sowie Einstellungen und Entlassungen zu veranlassen.

Heute haben wir ein neues, verändertes Verständnis von Management und Führung. Es rückt die involvierten Personen mehr in den Vordergrund und geht stärker auf die zwischenmenschlichen Beziehungen ein, dem Sinn finden in der gemeinsamen Arbeit und den gemeinsamen Erfolgen in der persönlichen Weiterentwicklung. Diese Sichtweise ist stark beeinflusst durch den wachsenden Einfluss der Generation der Millennials. Statistiken besagen, dass in 2020 die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung von ihnen ausgemacht wird.

Eine Führungskraft wird mehr als Mentor für die Teammitglieder verstanden und natürlich können die “alten” Verantwortlichkeiten nicht vollkommen vom Tisch gekehrt werden, dennoch beschreibt der mentorhafte Führungsstil vordergründig die Verantwortung für ein Team von Persönlichkeiten und deren Erfolge – einzeln und als Team insgesamt. Es geht darum, sicherzustellen, dass die Individuen sich wohlfühlen und eine Arbeitsatmosphäre geschaffen wird, die professionelles Wachstum fördert. Das ist eine große Aufgabe, und vor allem keine leichte.

Die traditionelle Sichtweise von Management ist aufgabenbasiert und mechanisch. Wir denken über Punkte wie “Wie geht es meinem Team? Sind sie gestresst? Verstehen und verfolgen sie eine gemeinsame Vision? Fühlen sie sich wohl im Team?” nur wenig nach.

Für viele Jahre gingen haben wir so agiert, als würde der Mensch mit seiner Energie und Motivation kein erfolgsbestimmender Faktor für ein Team oder Unternehmen sein. Dabei entscheidet doch genau der Teamgeist, das Vertrauen untereinander und zum Vorgesetzten über den Ausgang des Spiels. Das sollte jeder von uns kennen, der schon einmal in einem Team gearbeitet hat.

Es ist kein Geheimnis, dass das Zuckerbrot-&-Peitsche-Prinzip nur für eine gewisse Zeit helfen kann, jemanden zu motivieren. Versteht ein Mitarbeiter jedoch nicht die Vision des Unternehmens und seine eigene Rolle darin oder nimmt man gegenseitig keine Rücksicht auf einander, ist es lediglich eine Frage der Zeit bis das Team untergeht.

Der moderne Ansatz geht von einem empathischen, auf Vertrauen basiertem Führungsstil aus, welcher nicht nur der effektivste Weg ist, ein Team zu führen sondern auf der profitabelste, ein Unternehmen zu unterhalten. Unser Founder & CEO Jørn Lyseggen ist bekannt für sein Statement „Die Investition in besondere Menschen ist der Schlüssel zum internationalen Erfolg von Meltwater.“, und stellt noch heute sicher, dass wir diesen Leitsatz bei Meltwater verfolgen. Eins sollte Verfechtern traditioneller Führung in Bezug auf die moderne Sicht gesagt sein: auch wenn das Wohlbefinden im Mittelpunkt des Handelns steht, heißt es nicht, dass nie ein ernstes oder kritisches Wort gesprochen wird oder die Mitarbeiter in Watte gepackt werden. Kritik aber wird respektvoll mit dem Ziel angebracht, nachhaltig eine Entwicklung des Mitarbeiters zu bewirken und diesen nicht nur in einen Angstzustand zu versetzen, sodass es kurzzeitig zur Performancesteigerung kommt.

Management Leadership

Im Folgenden betrachten wir vier Aspekte noch einmal genauer, die klare Unterschiede zwischen Management und Mentorship aufzeigen.

Verfolgen einer Mission

Die traditionelle Sichtweise versteht ein Team eher als Maschine und der Manager verantwortet das einwandfreie Funktionieren dieser. Die Mitarbeiter sind die einzelnen Maschinenteile. Alle sind, wenn nötig, austauschbar und haben eine klare Aufgabe zu erfüllen.

Moderne Führungskräfte im Vergleich schaffen mit ihrem Team eine gemeinsame Mission: Die Maschine verändert sich, wann immer es Sinn macht. Mitarbeiter sollen kreativ und flexibel reagieren können. Sie erlauben den Mitarbeitern ihre Jobs so weit es geht selbst zu designen und ihre eigenen Arbeitsweisen zu finden. Jeder im Team versteht die gemeinsame Mission und weiß, welchen Teil sie dazu beitragen. Jede Mission hat Anfang und Ende, ist eine erfolgreich erreicht, folgt die nächste. Wer hat schon Lust, Tag ein Tag aus, Jahr nach Jahr das gleiche zu tun, ohne dabei den eigenen Impact zu sehen und lediglich dafür zu sorgen, die Chefetage wohlhabender zu machen.

Eine exzellente Führungskraft ist in der Lage, Gemeinsamkeiten zwischen der gemeinschaftlichen Mission und der ganz eigenen eines jeden Teammitglieds zu schaffen. Jeder steht morgens aus einem anderem Grund auf, jeder motiviert sich anders, jeder möchte andere Dinge schaffen und erreichen, das muss verstanden werden. Führung ist ein komplexes Gebilde aus den verschiedensten Persönlichkeiten, nur gemeinsam kommt man ans Ziel, ganz unabhängig von Hierarchie.

Gesunde Eigenwahrnehmung

Eine Command-und-Control-Attitüde bedarf nicht unbedingt einem Blick in den Spiegel. Der Manager ist allwissend und Gesagtes ist Gesetz. Das ist Schnee von gestern, was nicht heißt, dass weniger Respekt für die Führungskraft vorherrscht oder er/sie bei strategischen Entscheidungen nicht trotzdem das letzte Wort hat. Es heißt vielmehr, das eine Führungskraft in der neuen Rollenwahrnehmung in der Lage ist, sich zu reflektieren, genauso Dinge nicht zu wissen oder Fehler zu machen. Ein Feedbackgespräch erfolgt offen und ehrlich, da Vertrauen die Beziehung zwischen Führungskraft und Teammitglied prägt. Es kann voneinander gelernt werden und so der Erfolg eines Teams noch höhere Spitzen erreichen.

Risiko und Vertrauen

Einer Person zu Vertrauen ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Im traditionellen Managementverständnis wird dieses Risiko nicht eingegangen. Die Authorität liegt beim Führenden und das Verlassen auf andere ist daher nicht notwendig. Im Vergleich dazu geht der moderne Weg von Führung davon aus, Vertrauen zu haben und vertrauensvoll zu sein. Risiko? Ja, es könnte der falschen Person vertraut werden – so what? Ist dies nicht ein Weg zu lernen? Auch als Führungspersönlichkeit. Sicher ist hier nicht die Rede davon, massiv sensible Informationen herauszuposaunen sondern vielmehr vom Vertrauen in die Arbeit eines anderen, in die Leistung. Niemand lernt davon, sich selbst nicht genug zu vertrauen, um jemand anderem zu vertrauen. Ganz einfach. Es gibt doch Gründe, warum jemand eine erfolgreiche, geschätzte Führungspersönlichkeit ist. Führung bedeutet, in jemanden zu vertrauen ohne Drohungen oder Belohnungen auszusprechen. Führung bedeutet Dein Team an Dich glauben zu lassen. Der Weg ist nicht einfach aber lohnenswert.

Heraus mit der Sprache!

Der traditionelle Manager ist nicht sonderlich interessiert daran, ein Team zu haben, welches sich äußert und hinterfragt. Es soll vielmehr befolgen und ausführen. Jedem von uns wurde beigebracht, Regeln einzuhalten oder Anweisungen auszuführen. Nur wenige haben erklärt, dass es in Ordnung ist, Dinge kritisch zu hinterfragen oder auch dem Vorgesetzten die Meinung zu erläutern. Scary thing, isn´t it? Aber genau so sollte es sein, respektvoll, angemessen und überlegt aber jeder sollte für sich und sein Team das Wort erheben dürfen. Zur Arbeit gehen, soll ja nicht heißen mit dem Mantel auch die Persönlichkeit in die Garderobe zu hängen. Eine moderne Führungskraft wird an der Meinung des Teams interessiert sein und diese auch ehrlich einfordern. Heraus mit der Sprache, sag was Du denkst, so machen es Führungskräfte – und das ist jeder von uns in Bezug auf die eigene Karriere und irgendwann vielleicht auch für andere Mitarbeiter.

Management Leadership

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