Infografik: #FridayForFuture – Eine internationale Social Media Bewegung

Infografik: #FridayForFuture – Eine internationale Social Media Bewegung

Lea Manthey
19 März 2019

Die Schüler-Bewegung Friday For Future, bei der nach letzten Angaben Schüler aus über 100 Ländern in 1700 verschiedenen Städten am Freitag Nachmittag für Klimaschutz demonstrieren, anstatt die Schulbank zu drücken, ist längst zu einer einzigartigen Bewegung geworden, die nicht nur auf der Straße, sondern vor allem in den sozialen Medien stattfindet. Wir haben ausgewertet, welche Themen in diesem Kontext besonders heiß diskutiert werden und wie viel Reichweite die Bewegung im Netz tatsächlich hat.*

Globale Bewegung oder unentschuldigtes Fehlen im Unterricht?

Schon jetzt wird deutlich, dass die Bewegung #FridayForFuture mindestens genauso sehr in den sozialen Netzwerken stattfindet, wie auf der Straße und mehr Menschen durch mediale als durch physische Präsenz erreicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist genau das der Grund, weshalb die Aktion in sehr kurzer Zeit zu einer internationalen Bewegung werden konnte.
Diese Entwicklung, die noch lange nicht ihren Zenit erreicht zu haben scheint, zeigt eindrucksvoll, welche Auswirkungen Netzwerke und mediales Interesse auf Politik und Meinungsbildung haben können.

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Die Ergebnisse der Analyse in Kürze:

Der Fokus der Sozialen Medien und Online Medien auf #FridayForFuture war nie größer – laut unserer Auswertung hat das allgemeine Interesse an der Bewegung mit knapp 15.000 Treffern an nur 5 Tagen gerade ihren Höhepunkt erreicht. Tendenz steigend.
Deutlich wird aber auch, dass längst nicht alle Social Media Nutzer die Aktion befürworten. Die Analyse zeigt, dass die Tonalität mit +10% bis +50% eher positiv ist, es im im Verlauf aber auch eine signifikante Anzahl kritischer Meinungsäußerungen gab. In der Themenanalyse zeigt sich, auf welchen Meinungen diese Tonalität aufgebaut wird. Über 900 Kommentare alleine beziehen sich auf das Thema “unentschuldigte Fehltage” – welches die Hauptkritik an der Aktion widerspiegelt, die ansonsten durchaus positiv gesehen wird.
Hier ergibt sich ein deutlicher Unterschied zu klassischen Online Medien. Diese berichten viel homogener über die Bewegung und lassen den Aspekt des Unterrichtsausfalls zum Großteil außen vor.

In diesen Ländern wird besonders viel diskutiert

Auf unserer Weltkarte zeigt sich sehr deutlich, dass die Klimaschutzbewegung der Schüler längst ein globales Phänomen ist. Besonders viele Beiträge stammen aber aus Deutschland und den USA, gefolgt vom Vereinigten Königreich, Italien und Kanada.

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Fehltage, Klimaschutz und Politik – diese Themen bewegen das Social Web

Hinblick auf erwähnte Sub-Themen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zum Social Web. Online-Medien fokussieren sich weitaus stärker auf die Bewegung als solche, den Klimaschutz und Hintergründe der Aktionen. Das Fernbleiben der Schüler aus dem Unterricht als Kernthema spielt hier kaum eine Rolle und wir eher im Nebensatz erwähnt. In den sozialen Netzen hingehen ist der Schulstreik ein häufig erwähntes Thema. 

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Wie viel Reichweite hat #FridayForFuture wirklich?

Es ist nicht verwunderlich, dass am eigentlichen Tag der Aktion, Freitag dem 15., eine besonders hohe Medienresonanz messbar ist. Neben einigen Live-Berichten finden wir zum Großteil Kommentare verschiedener Social Media Nutzer. Aber auch Folgetag ist ein deutliches Interesse der (sozialen-) Medien gegeben – inhaltlich folgen hier erste Analysen und Interviews der Befürworter und Gegner.

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Engagierte Klimaschützer vs. Schulschwänzer – Befürworter und Kritiker

Wie bereits zusammenfassend erwähnt, kommen in der Social-Media-Diskussion um #FridayForFuture sowohl Befürworter als Gegner der Diskussion zu Wort.

Anhand der Tendenz Richtung 50% positiver Tonalität (die 0-Linie markiert eine neutrale Einstellung der untersuchten Beiträge) zeigt sich, dass positive Stimmen zunehmend überhand gewinnen, negative Beiträge aber durchgehend einen Platz im Stimmungsbild einnehmen.

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Twitter, Instagram, Facebook – Wo findet die Diskussion statt?

Twitter ist ganz klar an erster Steller der Sozialen Netze, auf der Nutzer zum Thema #FridayForFuture diskutieren. Instagram ist an zweiter Stelle. Hier fällt vor allem auf, dass die Organisatoren und Teilnehmer der Friday for Future Bewegung diesen Kanal nutzen – während Publisher, Beobachter und Kommentatoren von außerhalb eher auf andere Netzwerke zurückgreifen. Im Hinblick auf die aktuellen Nutzerzahlen der verschiedenen Netzwerke macht das durchaus Sinn. Instagram ist neben Snapchat die Plattform mit den jüngsten Nutzern, während Facebook und Twitter nicht nur immer ältere Nutzer aufweisen, sondern auch insgesamt einen Rückgang an Nutzern zu verzeichnen haben.

 

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Wie geht es weiter?

Neben den sozialen Medien lässt sich auch in den klassischen Medien ein regelrechter Hype bezüglich der Bewegung feststellen, der definitv ebenfalls eine Analyse wert ist. Wir werden weiter auf die Daten schauen und die Entwicklungen im Blick behalten. Deutlich ist aber schon jetzt – Social Media hat auch die Art, wie wir uns vernetzen, organisieren und wie wir Einfluss auf unseren Umwelt nehmen verändert.


*Die Analyse beruht auf einer Analyse von ca. 30.000 Beiträgen auf Twitter, Facebook und Instagram von Freitag dem 15. März 2019 bis Montag den 18. März 2019. Obwohl dieser Datensatz als aussagekräftig angesehen werden kann, besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Bild: dpa